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welche die soziale Gesetzgebung vielen Annen und Gedrücktenschon gebracht hat und noch bringt. Würde sich Bambergcrvon der Durchführbarkeit der Gesetze haben überzeugen könnennnd die segensreichen Früchte, die sie gebracht haben, gesehenhaben, er würde sich sicher nicht mit der sachlichen Schärfegegen sie gewendet haben, wie das geschehen ist. War dochgerade er kein Verehrer der Theorien, nach denen die großeMasse der Menschen nur da ist, um einigen bevorzugtenGeistern zum Schemel ihrer Füße zu dienen.
Nicht viel anders würde er sich meiner Meinung nachin einer anderen wichtigen Frage gestellt haben, wenn er sieheutigentags vor sich hätte. Hatten Nachdenken nnd Er-fahrungen ihn znm Gegner alles Experimcntierens in sozialenFragen gemacht, so war er seinem eigenen Bekenntnisse nachauf dieselbe Weise zu einem Gegner der Kvlonialpolitik desReiches geworden (Er. S. U70). Der Geschäftsmann in ihmempörte sich gegen die nebelhafte Kvlonialpolitik, in der ihmdie Charlatanerie hoher Herren und absichtliche Täuschungenvon Spekulanten eine große Rolle zu spielen schienen. Den»„die meisten Aristokraten haben eine Schwäche für Menschen,die sich mit ihren Plänen über die Prosa der bürgerlichenBerechnung Hinwegheben. Daher sind auch heute noch Fürstennnd Grafen an der Spitze unserer Kolonialgesellschaften, daherleben die Wunderdoktoren am meisten von dem Aberglaubender vornehmen Leute." Und welche Dinge hatten sich inFrankreich in dieser Beziehung vor seinen Augen abgespielt!Die Kolonien verschlangen dort einen schönen Teil der Staats-einnahmen, ohne etwas dafür einzutragen, sie waren zu einerQuelle der Korruption und der Bereicherung zweifelhafterIndividuen geworden, von der Verwilderung des Heeres durchdie Kämpfe mit »»zivilisierten Völkern ganz abgesehen. DieAnfänge der kolonialen Bestrebungen nnd Anzettelungen inDeutschland waren in der Tat auch nicht verlockend. Banke-rotte oder halbbankerotte Firmen, wie die von I. C. Godeffroynnd von Lüderitz, suchten von dem Deutschen Reiche unter