Das deutsche Gesetz, welches die Einziehung der Thalerösterreichischen Gepräges bezweckt, der Entschluß Oesterreichs ,sein Papiergeld auf dem Wege einer großen Münzreformin Metallgeld zu verwandeln, endlich die Zuspitzung desKampfes für und gegen freie Silberprägnng in den VereinigtenStaaten haben das Jahr 1892 zu einem der bedeutungs-vollsten in der welthistorischen Krise gemacht, welche überdie Stellung des Silbers im Verkehrsleben der Neuzeit ent-scheiden soll.
Daher dürfte wohl der Moment gekommen fein, einemgrößeren Leserkreise wieder Einblick in diese interessantenkulturgeschichtlichen Vorgänge zu geben, soweit dies aus-führbar ist, ohne allzu sehr in das Technische der Materieeinzudringen.
I. Deutschland.
Im Monat Mai des Jahres 1879 gerieth die großeAktion der deutschen Münzreform urplötzlich durch einenganz persönlichen Eingriff des Fürsten Bismarck ins Stockenund allmählich in völlige Versumpfung. Als einer derVortheile, welche die Befreiung von der Bismarck'schenHerrschaft gebracht hat, verdient auch angeführt zu werden,daß unter seinem Nachfolger zum ersten Mal wieder ausder Initiative des Reichsschatzamtes heraus ein Schrittgethan worden ist, der diesem traurigen Schauspiel gleich-gültigen Gehenlassens in so wichtiger Angelegenheit einEnde machte.
Es ist leider ein Charakterzug großer deutscher Unter-nehmungen, daß sie in Unfertigkeit stecken bleiben und ein-rosten. Trifft dies doch auch auf die Verfassung des Reichesselbst zu. welche auf dem Bilde der bundesstaatlich'en Einheit die