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sammlungen. Nie ist in der griechischen oder römischenGeschichte die Rede davon, daß Vertreter für die Nation inunserem Sinne wären gewählt worden. Der ganze Parla-mentarismus ist eine Ausgeburt der modernen, vielleicht sollich sagen, der christlichen Abstraktion.- Deshalb, weil dieantike Welt das Repräsentativsystem nicht kannte, hat sie auchnicht gekannt, was wir als ganz natürlich ansehen, das Amende-ment, das sich in jeder berathschlagenden Versammlung zeigt.Sie stimmten blos ab mit Ja und Nein, im Zusammenhangmit der Natur der directen Betheiligung ohne Vertretung.spn Gehen wir von der politischen Welt auf die wirth-schaftliche über.
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Analog dem, haben die Alten auch weder Wechsel nochAftien gekannt. Beide verdanken ihre Entstehung demAusgang des Mittelalters, und wenn ich sage beide, so mußich hinzufügen, daß die Wechsel viel älter in ihrem Ursprungesind, als die Aktien. Es ist ziemlich bekannt, daß die ersteSpur des Wechsels sich im 12. Jahrhunderte, in der Mittedesselben zeigte; zwar war die Wechseloperation noch sehrunbeſtimmt und auch sehr zweifelhafter Natur.- Im13. Jahrhunderte finden wir ich spreche immer mitRücksicht auf Italien , das der Ausgangspunkt dieser ganzenCivilisation und viel früher reif war, als der ganze Norden,namentlich als Deutschlandda finden wir das Wechsel-geschäft schon ziemlich entwickelt, und im 14. Jahrhundertfinden wir die ganze Wechseloperation wie heute.
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Wenn ich Ihnen ein Formular eines solchen Wechselsvorlegte, wie es durch eine juristische Streitschrift ausdem 14. Jahrhundert- 1380, 1390 bekannt wurde,so würden Sie erstaunen, über die Aehnlichkeit des Formularsmit dem heute, nach 500 Jahren gebräuchlichen.- Dasuns aus einer solchen Streitschrift eines Juristen erhalteneFormular eines Wechsels von Mailand auf Venedigumgekehrt, ich entsinne mich nicht gezogen, fängt gerademit der heutigen Formel an:
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oder