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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. II. DIE LINIE SORGENLOCH .

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gegeben hatte (Köhler, E. G., S. 84). Damit die Filiation für die drei erßen Generationendiefer Linie feßgeßellt. Da bereits 1392 Henne, Petermans Sohn (118), als der Altebezeichnet wird, fo muß Henne, Sohn des Clas, damals bereits todt gewefen fein. DieHerkunft feiner Ehefrau Eva nicht bekannt; wahrfcheinlich (lammte fie aus einemFriedberger Gefchlecht.

(113) CLAS G., Sohn des Henne (II2). Die Filiation erhellt aus der Urkunde von1390 bei II2. Im Jahre 1395 vergleicht fich Clas, für fich und feines Bruders HenneG. Sohn Rudolf, mit seinem Schwager Rudolf zu Landeck über Grundbeßt? (Köhler,

E. G., S. 84). Seitdem kommt er nicht mehr vor. Der Name feiner Ehefrau i(l unbe-kannt. Außer feinen Söhnen Henne und Rudolf (II6 und 7) fcheint Clas eine Tochtergehabt zu haben, die an Peter Silberberg den Alten zum Gänsfleißh verheirathet gewefenfein wird. Die Anhaltspunkte dafür fiehe bei II6 und 7 und VIII A.

(114) HENNE G., Sohn des Henne (II2). Die Filiation erhellt aus der Urkunde von1390 bei II2. Im Jahre 1395 vergleicht fich fein Bruder Clas mit feinem Schwager Rudolfzu Landeck. Statt des Henne felb(l, wirkt aber fein Sohn Rudolf dabei mit, fo daß esden Anfchein hat, als ob Henne bereits vorher verdorben fei. Der Name feiner Ehefraui(t unbekannt. Wahrfcheinlich (lammte fie aus einem Friedberger Gefchlecht, deffenErbfchaft fie theilweife auf ihre Nachkommen gebracht hat.

(115) GUDE G., Tochter des Henne (II2). Im Jahre 1390 war fie bereits mit Rudolfzu Landeck vermählt (II2), der fich in 1395 mit ihrem Bruder und Neffen verglich (II3).Ihr Mann fchloß im Jahre 1431 einen Vergleich mit feinemSchwager Henne Gänsfleifchdem Alten, über eine ihm aus Güterßücken zu Hechtsheim zu zahlende Rente. Ihr SohnRüdiger entlaflete im Jahre 1438 feinenVetter Henne G. den Alten von feiner für ihngeführten Verwaltung. (Siehe die Belege bei II10.)

(116) HENNE ZUM G. der Junge, Sohn des Clas (II3). Da Henne fa(l (ländig mitder Bezeichnungder Junge vorkommt, fo wird er möglicher Weife auch bereits mit demHenn G. dem Jungen gemeint fein, der im October 1392 als Zeuge erßheint (zum Jungen,

F. G. Ch. III, f. 47). Mit Sicherheit i(l das Vorkommen im Mai 1394 und im Frühjahr1395 auf ihn zu beziehen (Reimer, Heff. Urkbch. II Abth. IV B., N.667. Originalquittungim Darmftädter Archive, Urkunden, zum Jungen), in dem er als Henne zum G., Bürger zuMainz , bezeichnet wird. Eine Vergleichung des daran hängenden Siegels, das die Um-fchrift: f. jjerrne $enfefleiö trägt, hat nämlich ergeben, daß esdasfelbe wie jenes, das andem unten zu erwähnenden Lehnrevers von 1407 des Henne Genfefleifch von Mainz , desVaters des Peter undjurge, hängt. In einer Urkunde von 1409 wird er ausdrücklich wiederals der Junge, und als Sohn des verßorbenen Clas G. bezeichnet (Köhler, E. G., S. 84).Auch in einem Zinsregißer von St. Stephan in Mainz im Darmßädter Archive werden alsPflichtige zu Hechtsheim 1405/6 erwähnt: Henne zu demGenfefleifch et Rudolffus frater fuusquondam filii Nicolai Genfefleifch. Diefer Zinspoßen läßt fich dafelbft bis 1399 zurückverfolgen, jedoch da nur Henne allein genannt. Diefe an St. Stephan zinspflichtigen,früher dem Henne G. gehörigen Grundßücke waren, ausweislich eines beigebundenenVerzeichniffesvon 1436, auf Gele zum Humbrecht übergegangen. Auf weichen Rechtsgrundhin, jedoch nicht erßchtlich. Im Jahre 1400 erßheint ein Johann Sorgenloch vor demRathe zu Frankfurt , als Vormund Johann Landecks des jüngeren (z. Jungen, F. G. Ch. III,f. 190; nach einem dem Autor 1645 von Veronika zum Jungen mitgetheilten Extract).