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Dies ig das erge Auftreten des bei den Nachkommen Hennes und feiner nächgen Seiten*verwandten fpäter gändigen Linienbeinamens. Da fich ein folcher Hausname in ältererZeit in Mainz nicht nachweifen lägt, die Bezeichnung später auch gets „von“ S., nicht „zum?S. lautet, fo wird fie fich auf das gleichnamige Dorf beziehen. Nach diefem Orte nanntenfich zwiphen den Jahren 1177 und 1193 Cunradus et frater ejus de Sulegloch (Schaab,E. B., S. 467). Ob ein 1293 vorkommendes Ehepaar Sibodo de Sulgeloch u. Odilia, dasGrundgücke im Dorfe Sorgenloch , mitConfens des Lehnsherrn, des Mainzer KämmerersEberhard, an die Fabrik von St. Jgnaz in Mainz verkaufte, dem Landadel angehörte, oderbäuerlichen Standes war, geht dahin. Da die Söhne Hennes (II 11 , 12,13) und ihr Nach-gephwigerkindsvetter Johann (II14) den Beinamen von Sorgenloch führten, fo mug dejfenUrfache mindeftens auf den gemeinfamen Stammvater Johann (II2) zurückführen. Wahr-(cheinlicher dünkt es mir aber, dag des Letjteren Grogmutter, die letzte Gattin Frieles z. G.(11), die Mutter des Peter v. Oppenheim, einem Gephlecht v. Sorgenloch durch Geburtangehört hat. Ein mit Wappenänderung (gehe bei VI) verbundene Grundtheilung zwiphenClas und feinen Halbgephwiftern mag die Urfache des Beinamens gewefen fein, der imgewöhnlichen Leben vielleicht eher gebräuchlich war, als er in den Urkunden zum Aus-drude gelangte. Zur Scheidung der einzelnen Linien eines zahlreichen Gefchlechts wares damals hier zu Lande ein häufig nachweisbares Mittel, dag die Kinder den Gephlechts-namen ihrerMutter, alsBeinamen annahmen. Befonders häufiggephah das,wenn dieMuttereiner angefehenen Familie entgammte, oder eine bedeutende Mitgift einbrachte. DieMutterdes Clas z. G. könnte recht wol die Erbtochter eines kleinen Gefchlechts des Landadelsgewefen fein. Am 10. December 1401 wurde Joh. G.v. Mentje der junge von Graf Adolfzu Najfau u. zu Diet}, aus befonderer Gnade, mit den Mannlehen beliehen, die der ver-gorbene Clas v. Gudenberg und feine Aeltern von der Grafghaft Dietj getragen hatten.Das Lehen begand aus dem Kirchfatj u. Zehnten zu Mettenheim, Mühlenwager im Rhein oberhalb Mainz , Fifchwajfer in der Gerau, der Vogtei zu Agheim, Weingärten, Zehntenund Zinfen zu Hechtsheim und Mainz (Köhler, E. G., S. 74). Diefer Clas v. Gudenbergwar, wie fein Wappen zeigt (Frkf. Stadtarchiv, Reichsfachen, N.473 von 1395), der legtemännliche Sprog des Mainzer Kämmerer- und Herrengefchlechts zum Thurm, das gehfeit dem Ende des 13.Jahrhunderts nicht mehr nach feinem Sigein der Stadt Mainz , fondernnach feiner Burg Gudenberg, nordweglich Kreuznach, benannte (Quartalblätter des higo*rijehenVereins für das Grogh. Heffen, 1876, N. 3 u. 4, S. 16 u. v. 1882, N. 3 u. 4, S. 10). Am25. Juli 1402 verlieh ihm Erzbifchofjohann, als feinemDiener und lieben Getreuen, auf feineund feiner Söhne Peter undjorge Lebenszeit, eine Anzahl Mainzer Zinsgaden und Häufer,diedererzbifchöfliche Schneider Henchin v.Breidenbach feither gehabt hatte. UeberdiefesLehen gellte Henne am 25. Juni 1407 einen Revers aus, der Rege feines Siegels trägt (Darm-gädter Archiv, Urk. Mainz, N. 1057a). 1411 geht er mit feinen 3 Söhnen in dem Verzeichnisder Mainzer Gefchlechter (D. Chroniken d. deutphen Städte XVII, S. 47). 1412 wird er alszinsberechtigt zu Hechtsheim erwähnt (Bockenheimer, Beitr. z. Gegh. d. St. Mainz IV,S. 18 2 ). Seitdem kommt er urkundlich nicht mehr vor. Als feine Söhne im Jahre 1420 be-liehen wurden, kann er, da einWechfel in der Perfon des Erzbifchofs eingetreten war, längg,vermutlich vor 1416, vergorben gewefen fein. Er hatte bei den Mainzer Dominikanern einJahrgezeitgegiftet. Mitwem erverheirathetwar, igunbekannt. Beerbtwurde ervon feinendrei Söhnen (Lagerbuch des Dominikanerconvents zu Mainz auf der Stadtbibi., f. 23’):