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(117) RUDOLF G., Sohn des Cias (II3). „Rudolffe Cleßchen Genßefleifch feligenSon“ kommt bereits am 10. September 1392, im Teßamente des Johann Salman zumAltenfchultheißen, als letzter unter 8 Zeugen vor. (Mainzer Stadtarchiv, Archivalien desHeilig-Geiß-Spitals.) Da fein älterer Bruder Henne (II6) auch bereits 1392 erfcheint,fo darf man diefes Vorkommen auf ihn beziehen, und ifl nicht genöthigt, darunter etwaeinen jüngeren Sohn des erßenClas(II l)zufuchen. In einem Zinsregißer von St. Stephanwird 1405/6 Rudolf als jüngerer Bruder Hennes, und Sohn des verdorbenen Nicolausbezeichnet (S. II6). Im Herbft 1407 hatte Rudolf, Cias G. fon, eine Leibrente von 26 fl.auf die Stadt Frankfurt , für 260 fl. erworben, die bis zu feinem Ableben im Jahre 1440gezahlt wurde (Leibgedingsregißer und Frankfurter Stadtrechnung v. 1407). Audi vonder Stadt Mainz erwarb Rudolf, Cias G. fei. Sohn, 1410 eine wöchentliche Rente von'/ 2 fl ., auf Lebenszeit, für 260 fl . Vorher bezog er von Mainz bereits eine 14 tägige Rentevon 3, dann 4 fl. (Mainzer Stadtrechnung von 1410/11 im Würzburger Kreisarchive).Nach der ebenfalls in Würzburg verwahrten Mainzer Stadtrechnung von 1436/37 bezoger eine Wiederkaufsgülte von halbjährlich 21 Gulden. Rudolf erfcheint nicht in dembekannten Gefchlechterverzeichniß von 1411. Er kommt 1421 als Hausgenojfe auf derMainzer Münze vor (Die Chroniken d. deutfchen Städte XVII, S. 352); 1423 war er Münz-meißer (Fichard, G. G., fub Glauburg IK) und Rechenmeißer der Stadt. (Schuldbuchdes Henne z. Jungen im Frankf. Stadtarchiv, f. 11.) Ca. 1431 war Herr Rudolff G. alsFünfter im alten Rathe zu Mainz (Mainzer Bücher verfch. Inhalts im Kreisarchive zuWürzburg , N. 2, f. 75). Rudolf war, nebß Peter Silberberg dem Alten, Miterbe desvor 1432 verßorbenen Henne Humbrecht zum Spenshard (z. Jungen, Grünbuchs Beilagenim Darmßädter Archive, zum Jahre 1432 u. 38). Peter Silberberg der Alte zum Gänsfleifchmag der Mann einer Schweßer Rudolfs gewefen fein und alfo für diefe Humbrecht’jcherMiterbe. (Vergl. auch bei II6 und II11.) Rudolff „zum“ G. war am 17. März 1433 Zeugebeim Abhör der Kirchenrechnung von St. Emmeran (Pfarreiarchiv v. St. E. zu Mainz ). ErbeRudolfs (oder Miterbe) warArnold Gelthaus von der jungen Aben; was darauf fchließen läßt,daß Rudolf entweder verheirathet war und mindeftens eine Tochter hatte, oder daß feineMutter diefem Gefchlecht entßammte. Das runde Siegel Rudolfs zeigt nur den Schild, ohneBeizeichen, mit der Umfchrift: * S . RODOLF. GINSFLEIS (Or. Quittungen über denEmpfang der Frankfurter Leibgedingsrente von 1408 im Darmftädter Archiv, Urkunden,zum Jungen).
(II7a) JACOB G., vermutlicher Sohn des Clas(II3). Nur vermutungsweife kannman hier noch diefen Jacob, als dritten Bruder einfchieben, der 1395 als Canonicus zuSt. Maria ad Gradus erwähnt wird (Würdtwein, Bibliotheca Moguntina, S. 219). Die ge-troffene Auswahl unter den verfchiedenen Einreihungsmöglichkeiten iß lediglich durchdie Wiederkehr der Vornamens Jacob in diefer Linie veranlaßt.
(118) RUDOLF G., Sohn Hennes (II4). Er kommt mit Sicherheit nur Ein Mal imJahre 1395 vor (ßehe bei II4). Sein gleichnamiger Vetter (II7) wird in der Regel alsSohn des Claus bezeichnet, fo daß es fcheint, als wenn Rudolf, Sohn des Henne, auchnoch im Anfang des 15. Jahrh. gelebt hätte. Jedenfalls iß er aber frühe und ohne Leibes-erben verftorben. Die Stelle in Köhlers E. G., S. 84, wonach Rudolf G. feinen Vater imJahre 1427 als Henne bezeichne, hat ßch bei Nachprüfung als Lefefehler herausgeßellt.Sie ßeht auf S. 87 des Schuldbuchs des Henne z. Jungen im Frankfurter Stadtarchive