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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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84 G. FRHR . SCHENK

und lautet:.82 fl. hieß mer (d. i. H. z. Jungen) Rodolf Ginjffleyjch geben, da ir

die Korngült kauft umb Hennen fynen vyttern. Gemeint find damit zweifellos II7 u. II10.

(II9) MICHEL G., vermutlicher zweiter Sohn Hennes (II4). Er erfcheint zuerß am4. Dec. 1419, als Zeuge beim Mainzer Stadtgericht (Mainzer Stadtarchiv IV, 145, undCopialbuch von St. Peter im Darmßädter Archive I, N. 274). Im Januar 1421 wird er alsder 49. in der Reihe der 58 Münzerhausgenojfen zu Mainz aufgeführt (Die Chronikender deutjchen Städte XVII, S. 352). Im Jahre 1428 fetjen Rudolf zu Landeck (der Ehe-mann der Gude G. (II5), Michel Gensfleijch v. Mainz , Meckel zum Berne zu Friedbergund Henne Gensfleifch zu ihrem Mompar in Frankfurt den Engel Saffen von Friedberg,in der Erbfchaftsfache der Eifa zum Berne, geb. Hohenhaus aus Frankfurt . Im Jahre 1429kommen Michel und Henne G., Gebrüder, neben Rudolf zu Landeck und Meckel zumBerne zu Friedberg im Frankfurter Schöffenprotokoll vor (Fichard, G. G. N. 282, v. Sorgen-loch g. G., fub E 2; N. 19, zum Bern und zum Hohenhaus E 2). Fichard hat diefe Erb-[chaftsangelegenheit ausführlich erörtert, ohne dag aber volle Klarheit darüber gewonnenworden wäre. Die Erbintereffenten find, wie aus feinen Angaben erhellt, zur Verleihungdes Altars S. Barbara zu Friedberg berechtigt, der fich fpäter im Beßtje der vier GebrüderGänsfleifch (II 27, 29, 30 und 31) wiederfindet. Da außerdem der 1439 geborene älteßeSohn des Johann G. (1114) auch den in der Familie G. damals noch allein gehendenNamen Michel führt, fo nicht daran zu zweifeln, daß Michel der Aeltere fein Groß-vater war; alfo der Stammvater der 1567 erlojchenen jüngften Sorgenlocher Linie, fürdie (ich fonft nirgends ein Anfchluß finden läßt. Er felbß kann nur ein Sohn des Henne(Il4)gewefen fein, ein jüngerer, 1395 noch unmündiger Bruder Rudolfs (II8). SeineEhegattin war höchft wahrßheinlich die Tochter der Patje zum Blasofen, geborenenGänsfleifch (131). Man vergleiche darüber bei IX A und C.

(II10) JOHANN (Henne) G. der Alte, vermutlicher dritter Sohn Hennes (II4). Im Jahre1423 wird Henne G. der Alte als Münzmeißer zu Mainz erwähnt (Fichard, G. G., v.Glauburg , I K). Der Beinameder Alte kann fich damals nur auf den jüngeren Henne G.gen. Gutenberg bezogen haben. In 1427 wird er als Vetter des Rudolf (117) bezeichnet(Beleg bei II8). Von 142840 kommt er wiederholt in den Frankfurter Schöffenproto-kollen vor (Fichard, G. G., v. Sorgenloch g. G., E 3). Im Jahre 1429 wird er dafelbßausdrücklich als Bruder Michels (II9) bezeichnet. 1431 vergleicht er fich mit Rudolf zuLandeck, feinem Schwager, dahin, daß er diefem jährlich 6V 2 fl- von den Gütern zuHechtsheim entrichten folle (z. Jungen, F. G. Ch. III, f. 190). Die Bezeichnung Schwager bekanntlich durchaus nicht immer wörtlich zu verftehen. Rudolf zu Landeck war derEhemann einer Vaterjchweßer Hennes. Im Jahre 1436 verkauft er den Mainzer Kar-thäufern eine 56 Morgen große Gutshälfte zu Hechtsheim, die vor Zeiten der verftorbeneHenne Spenshart v. Mainz gehabt hatte, für 250 fl. (Schaab, E. B. II, S. 228, mit d. DarmßädterOriginal verglichen). Henne hatte diefenGrundbefi^aufdem Klageweg gewonnen. Da aberfein Vetter Rudolf (II7) an der Erbßhaft des vor 1432 verftorbenen Henne Spenshartbetheiligt war, fo mag es fich mit Henne ähnlich verhalten haben, und fich auch die Ver-einbarung mit R. z. Landeck auf diefe Erbfchaft beziehen. Im Jahre 1438 bekundet Rü-diger, Sohn des Rudolf z. Landeck, daß ihn fein Vetter Henne G. der Alte, bezüglichdes Grundbeßtjes feiner Aeltern befriedigt habe (Köhler, E. G., S. 82 und Original imDarmßädter Archive). Ausweislich der Mainzer Stadtrechnung von 1436/37 (Würzburger