DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. IV. BELEGE ZUR AHNENTAFEL.
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Der Hirzfche Zins [lammte von feinem verftorbenen Schwiegervater Johann Berwolfher (Darmft. Archiv, Urkunden, Mainz , Stadt, N. 965). Da fich der Stieffohn Werners,Joh. Leheimer, am 7. Mai 1402 über das Jahrgezeit feiner Mutter, der Ehefrau desWernerWirich, mit den Franciscanern einigte (fiehe bei V), fo fcheint es, als wenn W. W. nichtlange vorher verftorben fei.
(IV 10 u. 11) JOHANN zur jungen Aben und feine Ehefrau FENE zu Silberberg, dieAeltern der Grete zur Laden (I 12). Frau Fene, Herrn Johanns feligen Witwe zur jungenAben, wird im Jahre 1375 mit folgenden Kindern erwähnt: Grede zur Laden, Henne (zumGelthufe, feine Ehefrau Selind zum Humbrecht, f 1405), Ortlieb, Jofte (f 1406, EhefraudesClaszum Rebeftocke), Arnold (verheirathet) und Pedirman (Mainzer Stadtarchiv, Urk.III, 702). Fene zum Gelthaufe lebte noch 1399 (Darmftädter Archiv, Urk. Mainz, Stadt,N. 925). Im Jahre 1368 kommt eine Vene mit ihren Schweftern Margrethe und Katharinavor. Letjtere war die Witwe des 1366 geftorbenen Heinrichs zum Jungen, Schultheißen zu Oppenheim; fieverheirathete fich damals von Neuem mit Heinrichzum Juckel zu Mainz (zum Jungen, Rothbuch, S. 30. Der Fertiger der Notiz hat fich den Namen Vene als Venuszurecht gelegt, während er eine Kofeform des Namens Eufemia ift). ObdiefeVeneidentifchmit der Mutter der Grede zur Laden ift, mag dahin geftellt bleiben. Zweifellos aber darf manfie mit der Frau Vene zum Gelthufe identificiren, die 1382, auch als Schwerer einer Katha-rine, der Witwe des Hennekin zum Humbrecht, vorkommt, fowie der 1381 verftorbenenNefa, der Witwe des Ritters Claus v. Scharfenftein (*J* 1357). Alle drei waren Töchter desMainzer Kämmerers Rudolf zu Silberberg und feiner Ehefrau Grede (Gudenus, CodexDiplomaticus V, S. S. 668, 705, 706; Fichard, G. G., Fürftenberg, B 8. Er führte die3 Löwenköpfe und den Sparren im Schild). Hennekin zu der jungen Aben kommt 1345bis 1359 vor (Fichard, G. G., Gelthaus z. j. Aben, E; Sauer, Na[f. Urkbch. I, 3 Abth.,N. N. 1647 und 2410).
(IV 12, 13 u. 22) NICOLAUS dictusWirich, institor moguntinus, et NETTA ejus uxorlegitima, fchenken am 28. Juli 1361 zu ihrem Seelenheil einen Grundzins auf einem Haufezu Bingen in der Kirchgaffe, beim Haufe zum Stern, an die Präfenz des dortigen St. Martins-ftifts(FehlerhaftbeiWeidenbach, Regefta Bingienfia, N.313. Original im Darmftädter Archiv,Urk. Bingen. Nach Auszug von A. Wyß). Diefer Mainzer Krämer, deffen Ehefrau vielleichtaus Bingen [lammte, könnte nach Zeit, Name und Beruf recht gut der Vater des Werner W.zum fteinen Crame gewefen fein. Der Name Netta macht einen entfchieden fremden Ein-drude; es [cheint, auch nach Anficht competenter Fachmänner, eine italiänifche Kofeformvorzuliegen. Das würde gut zu dem Umftand paffen, daß zu Bingen bereits 1353 der Han-delsmann Leo de Ottinis aus A[ti in der Lombardei anfäffig war, und 1356 auch drei anderelombardifche Familien dort auf 10 Jahre Aufnahme fanden (Schunk, Beyträge zur MainzerGefchichte I, S. 73 ff; die Orginale jetjt im Darmftädter Archive; Bodmann, RheingauifcheAlterthümer, S. 715b; Weidenbach, Regefta Bingienfia, im Regifter unter Lombarden). NachBodmanns Angabe feien diefe lombardifchen Handelsleute bereits im Anfang des 14. Jahr-hunderts in Bingen nachweisbar. LeweOttin der alte Lamperter zu Bingen war im Jahre 1387auch zu Mainz anfäffig, wo er die Höfe zum Richter Folgmar und zum kleinen Jungen befaß(Mainzer Ingroffaturbuch N. 20 im Würzburger Kreisarchive, f. 199). Die Heirath einesMainzer Handelsfreundes mit einer Angehörigen der Binger Lombardenfamilien hättealfo nichts Auffälliges. AlsVaterdesNicolaus Wirich wäre mit Wahrfcheinlichkeit der 1332