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Der Handel.
Handel" ist der Umsatz von Sachen in wesentlich un-veränderter Form, als Gewerbe betrieben. Es ist erfor-derlich 1. Umsatz — d.h. Anschaffung und Veräußerung(gewöhnlich Kauf und Verkauf, seltener Tausch) mit Be-ziehung auf einander, indem bei der einen immer die an-dere beabsichtigt wird. Also Kauf um Verkauf, oderVerkauf um Kauf folgen zu lassen. Von dem Umsatz istder Absatz d.h. das bloße Verkaufen zu unterscheiden,eben so wie das bloße Kaufen. Der Handel vermitteltzwischen dem Producenten und dem Consumentcn. Es isterforderlich 2. Umsatz in wesentlich unveränderterForm — d. h. es muß dieselbe Sache veräußert werden,welche angeschafft ward, also diese nicht zu einer neuenverarbeitet. Dieses Merkmal unterscheidet den Handel vonder Anschaffung und dem Absatz des Landwirths, desFabrikanten, des Handwerkers, überhaupt des verkaufen-den Producenten Zertheilen eines Ganzen ist nicht
1) Die Sprache sagt für Handelsgewerbe U.Handelsbetriebstatt Handel auch Handlung, u. braucht den letzten Ausdruckauch für das handeltreibende Subject, sie sagt die Handlung X,die Handlung X A gleichbedeutend wie die Firma X äl X
2) Daher treibt der Fabrikant, wenn er auch, statt an denKaufmann abzusetzen, den Consumenten erwartet oder aufsucht,nicht Handel, wie Rau in der allg. Encyclopädie s. v. HandelS. 81 meint, er hat auch streng genommen neben dem Gewinn,den die Erzeugung abwirft, nicht noch einen Gewinn aus demTausch, denn es ist hier nur ein Gewinn aus der Erzeugungdurch dem Absatz des Erzeugten. Der gewöhnliche Sprachge-brauch tadelt freilich einen Fabrikanten und Landwirth, der dasProduct, ehe er zum Verkauf sich entschließt, erst lange an sichhält, mit dem Ausdruck: daß er auch den Kaufmann spieleund speculire. Daher ist das ausschließliche Recht detz StaatsPulver, Brandtwein, Taback, Salz zu gewinnen und zu ver-