Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1854)
Entstehung
Seite
387
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§. 90. Verbindung mehrerer Kaufgeschäfte. 387

hen, sondern wieder zurückweichen werde. Dann beginnter eine zweite Spekulation nach derselben Richtung hin,welche für die erste Speculation die günstige ist. Er rea-listrt dann beide Spekulationen gleichzeitig. Ist nun derCourS wirklich zurückgewichen, so ist aus der zweiten Spe-culation immer Gewinn, vielleicht auch aus der ersten,hierfür kommt es auf die Größe des Zurückweichens an,jedenfalls ist, wenn aus der ersten Verlust seyn sollte,dieser Verlust geringer oder ganz gedeckt durch den Ge-winn, den die zweite Speculation bringt. Es tritt nunin Folge der zwei Geschäfte zwischen dem Cours, nachwelchem die erste Speculation, und dem CourS, nachwelchem die zweite geschlossen ist, ein Zwischencours, Mit-telcourö, hervor, der Stand des Courses, nach welchemrealistrt wird, über oder unter diesem Cours entscheidet,ob die beiden Spekulationen, als ein Geschäft, als eineSpeculation gedacht, Gewinn oder Verlust bringend

3) Vgl. a. a. O. S. 5759. Man nehme dieses Beispiel:Der Speculant kauft 100 Papiere zu 80, indem er Steigenüber 80 hofft, also gedenkt, theuerer verkaufen zu können.Der Cours sinkt aber auf 70. Verkaufte er zu diesem Cours,so würde er 10X190 verlieren. Er glaubt, der Cours werdewieder steigen, und kauft daher noch 100 zu 70. Steigt nunwirklich der Cours über 70, so hat er aus der zweiten Specu-lation, diese für sich allein gedacht, Gewinn, der Cours mußaber schon über 80 steigen, damit er aus der ersten Specula-tion, diese für sich allein gedacht, Gewinn hat. Denkt manaber beide Speculationen zusammen, als eine einzige, so hatder Speculant Gewinn, wenn der Cours über 75 steigt, da-gegen Verlust, wenn er nicht den Stand von 75 erreicht.Man kann die Sache auch so denken: 100 Stück zu 80 undnoch 100 Stück zu 70 gekauft ist eben so gut wie 200 Stückzu 75 gekauft. Über die andern Fälle mehrerer Kaufge-schäfte in Folge mehrerer Entschlüsse: a. a.O. S. 4656.

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