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Drittes Buch, Die Waare.
Der Kaufmann führt wohl ein bestimmtes Zeichen, sein Handels-zeichen, jetzt meist aus den Anfangsbuchstaben seiner Firma bestehend;mit diesem Pflegt er insbesondere alle versendeten Waaren zu bezeich-nen, auch darüber oder an Stelle desselben wohl das regelmäßigeZeichen deö Destinatärs zu setzen, während die Nummern sich aufdie Zahl der gleichzeitig oder auch nur innerhalb einer gewissen Zeit andieselbe oder an verschiedene Personen versendeten Collis beziehen2) Ueber die Qualität der Waare,
Nicht selten pflegt der Producent (Fabrikant) oder wer sonstdie Waare in den Handel bringt, derselben oder ihrer Emballage einZeichen (Stempel, Marke, Etiquette u. dgl.), genannt Handels-oder Fabrikzeichen, aufzusetzen, welches dazu bestimmt ist, sür dieim Handel erheblichen, durch Herkunftsort, eigenthümliche Fabrika-tionsmcthodc u. dgl- bestimmten Eigenschaften der Waare eine Ge-währ zu bieten, somit Verfälschungen zu verhindern oder zu erschwerenund den Umlauf so bezeichneter Waare zu befördern 4'). Der
Portug, Art 73, 80. 81. Brasil. Art. 71, 86. 207 Z, 1. Die große Bc-deutung der Marke für Feststellung der Identität trat recht klar hervor indem Hamburger Rechtsfall Gibson c. Schmidt, wo lediglich um deswillen,daß in Folge eines Versehens die Marke der abgeladenen und inzwischenhavarirten Güter mit der im Connossemeut angegebenen Marke nicht über-einstimmte, die Abnahme der Waare vom Dcstinatär verweigert wnrde unodadurch zwei SchadcnSersatzprozesse erwuchsen. U, des O,A.G.'s zu Lübeckv, 18, Mai 1855 (Hamb. Samml. II S, 1049 ff.) Busch's Archiv III,S. 15—17.
46) Noback, Handelswissenschafl S 541. velmnarro et I.epoilvi» I Ar. 212—214. Mittelalterliches Sprüchwort l ^.ck si^num cvxnoscunlur bsllae,vecis. rotss (Zenuse 201 Ar. 3, s, auch Stracclis, psrs II Ar. 71 ff.,ZIgrc>u3rä, <ie füre merrawr. III. 9 Ar, 63 n", Lgssroxis, ilisc, 176Ar. 23 ff. Dietzel, Jahrb. f. gem. D, N, IV S. 265. 289, 293. Busch'sArchiv II S. 381. Näheres unten §, 68 und Buch IV,
47) Fabrikzeichen der Art waren schon den Römern bekannt, namentlich dieStempel der Thonwaarenl Marquardt, Rom, Alterthümer IV S. 166.Im Mittelalter: Dietzel S. 283. 243, 247,293. Hirsch, Caspar Wein-reich's Chronik S, 131, Handels- und GewcrbSgeschichle Danzigs S. 311.Neuestes Recht s, Krug, Ueber den Schutz der Waaren- und Fabrikzeichen,1866. P. Fischer im Ccntralorgan N. F. I, S. 220 ff. Unten Buch IV.Die noch jetzt für Fabrikanten von Gold- und Silbcrwaarcn allgemeinbestehende gesetzliche Pflicht, ihre Fabrikate mit Fabrik- nud Qualitätö-Zeicheu zu versehen, z, B. Oesterr. Gcs, v, 26, Mai 1866, SIock, ckic-twnnsire lle I'sdruiiiisträtion Irsn^siso s. v, xsrsntie, erstreckte sich in