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Drittes Buch. Die Waare.
aus Gründen der Wirthschaftspolizei nur da unentbehrlich 5°), woeinerseits ein öffentliches Interesse an der allgemeinen Preisregulir-ung besteht, andererseits deren Herbeiführung durch den Verkehrselber undenkbar oder doch mindestens in hohem Grade unwahr-scheinlich ist. Denn indem eine jede Prcistare bezweckt, für eine ge-wisse Gattung von Gütern deren angemessenen Preis auf eine ge-gebene Zeit oder gar auf immer schlechthin zu fixiren, muß sie ebendarum die nothwendigen Schwankungen der Preise, wie die zahllosenUmstände, welche auf die concrete Preisbestimmung naturgemäß ein-wirken, außer Acht lassen und so, gegen die Natur des Wirtschafts-lebens, die wirklich angemessene Prcisregulirung verhindern oder docherschweren. —
Irrthum über den Werth ist, nach Obigem, sowohl aufSeiten deö Pvomittenten wie dcö Promissars einflußlos, soweit nichtdurch Betrug veranlaßter ^). Nur wird häufig der Irrthum über
Preuß. V. v. 9. November 1843 und Cab.Ordre v. 22. Mai 1842. Be-seler, D Privatr. §. 123 Not. 24. Zur Auslegung: Bl. s. Rechtspfl,in Thüringen XII. S. 237—241. — Ueber andere noch zahlreich bestehendeWaaren- und Lohntaren s. z. B. Oesterr. G.B. §. 1069. Oesterr. Ge-wcrbe-O. §. 56. 66. Preuß. Gew.O, §. 68 — 93. 136 und Preuß, V. v.9. Febr. 1349 §, 72. 73, Zürcher Gesetzb, §. 1391. 1671.
66) Auch das H.G.B, erkennt noch Taren an: Zinstare — s. Art. 292, Mäk-lcrlohnlare Art. 82 S. 3, relative Tare für Berge- nnd Hülfslohn Art.743. 749. S. auch für Versicherungen Art. 790 ff. Eine Art Tare bil-det auch die I.ex ^nsswsisng für den Forderungskauf, durch H.G B.Art. 299 für Forderungen aus Handelsgeschäften beseitigt.
67) S. Not. 46. !. 13 §. 4. 5. I. 49 r»'. v. l!v L. V. (19, 1). I. 23 0.locsti (19, 2). I. 37 v. Se Solo (4, 3). I. 42 0, m-m-I. (17, l). I. 128. 1 0. äe ^. 0, (23, 3). ligssm. Vstio, tz 13. I. 4 v. cke IlereS. velact. veniZ. (4. SS). I. 6. 8. 10 v. -Is rssc. veaä. (4, 44> - Znlus emto-ri-, «zuzIitAlv kücli, »vi> qugnUtütt! prvtii Aestiinstur. Anderweitige Unred-lichkeil z. B. I. 3 v. Se extr cnxn. (50. 13). Seuff. II. Nr. 167 (?)IV. Nr. 104. Wahrheitswidrigeö Erwähnen von früheren Geboten An-derer: Scufs. II. Nr. 161. Bietculassen von Scheinkäufern auf einer Ver-steigerung: I. 22 §, 3 D. m-m-I, (17, 1). Thöl §. 64 a. E. Treitschke,Kaufconlract Z. 21 Not. 3. Brinckmann §. 23 Not. 8 — 13. §. 69Not. 17 i?) 18 Voigtel in Busch's Archiv V. S. 140 ff. Verständigeconcrete Prüfung verlangt richtig Endemann Z. 108 Not. 2 ff., alleindaß im heutigen Recht der bloße Irrthum über den Werth anderszu behandeln sei, als im Römischen, ist ebenso ungegründet, wie daß.