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Drittes Buch. Die Waare.
des Verfolgungsrechts, wenigstens in dritter Hand ^), durch Gerichts-
Erb- und Handfesten-Ordnung v, 30. Juli 1860 §, 1236 z. 136c. — Inder Deutschen Doctrin war bis vor einem Menschenalter die Besitz-theorie, und zwar meist auf kaufmännisches Gewohnheitsrecht gegründet,(so namentlich auch da, wo ein „neuerer Fall symbolischer Uebergabe" be-hauptet wird) zuweilen mit'unklaren Beschränkungen (nnr unter Kaufleuten,nur bei Benennung des Empfängers, nur für den Dritterwerber:c.> dieherrschende. So z, B, Slüter, Büsch, Hasche, Commentar zur Ham-burg . Fall.O. II. S. 172. Wartens, Heise (zweifelhaft, das Gewohn-heitsrecht liege „in den Geburtöwehcn"), Bender, Pöhls, EichhornD. Privatr. §. 392. Mittermaier z. 666. Ortloff, Grundzüge§. 279 Not. 29. Morstadt, Commentar zu Wartens S, 28.Elvers a. a. O. S, 96 ff. Wilda a. a. O. Beseler (1. Aufl.)§. 266. v, Kaltenborn Z. 111. Treitschke, Kaufcontract§.69. Koch, Pr. Privatr. I. §. 435. Zimmer mann, Zeitschr. f.Civilr. und Proc, N. F. XV. S, 118 ff. — Aus der DeutscbenPraxis: O.T. zu Berlin 1839 (Gräff, Archiv I. 1 S. 124 ff.);wenigstens bei Aushändigung des indossirten Connossements 1843 (eoö. I.3 S, 86 ff.); 1866 (Striethorst Bd. 19 S. 310). O.L.G. zu Ratibor (Gräff I. 3 S. 91ff.). O A.G. zu Dresden 1843 (Seuff. II. Nr, 86).O.A.G. zu Rostock 1846 (Seuff. I. Nr. 8 — wo in erster Linie derGrundsatz auf Handelsgewohnheitsrecht gestützt wird). So auch dieältere Praxis der Hamburgischen Gerichte (Archiv f. Handelsr. I. S. 193.198. 411 ff. II. S. 321 --346); selbst die Urtheile von 1332 (Asher'sRechtfälle Jahrg. I. Bd. I. S. 233 ff.) stehen noch nicht gerade entgegen,da hier derjenige Connossementsinhaber vorgezogen wird, dem die Waareausgeliefert war. Seitdem jedoch hat der Einfluß des O.A.G.'s zu Lübeckauch hier die Besitztheorie verdrängt. Ueber die Gegner f. Not. 16.24) 1. Bereits das Florentiner ststuto ili mercsn-ia v. 1677 lik. III. rub, 2gewährt gesetzliches Pfandrecht wegen Vorschüsse auf Waaren, welche nochunterwegs (s csmmino) sind per s oräine äi olri l'svers. s rlcevore. S.auch Nürnb. W.O. v. 1722 e. 8 §. 2. Elbiuger W.O. v. 1763 Art. 66.Die Amsterdamer V. v. 30. Januar 1682 (?srde5sus, voll. IV. p, 146)bestimmt, daß wer auf Connossement hin Wechsel acceptirt habe, demspäteren Bodmereiglänbiger vorgehen solle. Die ststuts v> Venus s1639jlid. IV. tit. 14 rubr. vsns msncistum gestatten dem Ablader trotz des be-gebeueu Connossements Contreordre, doch sine pisjuckicio jurium ülius, s>ckcujus «ommoäum kuisset — sppocs onerstionis kscts — st psriter sineprsejuäicio jurium illius, «ui kuerst ilsrus tslis ordo primo loeo 8eumsnckswm pro «us esutione. Noch allgemeiner wurde dann das gesetz-liche Pfandrecht und bez. Retentionsrecht des bloßen Connossementserwcr-bers wegen seiner Vorschüsse, auch wohl wegen sonstiger Forderungen, an-erkannt, ungeachtet an beweglichen Sachen ohne deren Besitz kein Re-