Abschn.I. Die Sachen, Eap.IV. Pfand- u. Netentionsrecht. Z.66. Pfanderwerb. 901
gesetzt, soweit sie die Frage entscheiden, stehen durchgehends aufGermanischem Boden 2»).
Ist in dieser Weise der redliche Pfandgläubiger gegen den Ei-genthümer geschützt, so dürfen consequenter Weise zum Nachtheildesselben auch keinerlei sonstige dingliche Rechte, insbesondere nichtältere oder privilegirte Pfandrechte geltend gemacht werden 2°), Dieswurde namentlich zum Schutz des Faustpfandgläubigcrs oder desihm gleichgestellten Netentionsberechtigten, und in der handelsrecht-lichen Praxis selbst da anerkannt, wo im Uebrigcn das RömischePfandsystem durchgerungen war 2'). In enger Verbindung damitsteht die Beschränkung der Pfandrechtsversolgung in dritter Hand 2»).
Auch hier sind durch das H.G.B, die bisherigen Rechts-verschiedenheiten nicht beseitigt, Art. 308. Wohl aber hat dasselbe,auf Germanischer Grundlage, ein gemeinschaftliches Minimal-recht zu Gunsten des redlichen Pfandnehmers begründet: Art. 306S, 2—4 2»).
1. Der redliche Pfandnehmer wird Pfandgläubiger, ungeachtetsein Pfandrecht vom Nichteigenthümer oder fönst Nichtberechtigtenherrührt Als redlich gilt der Pfandnehmer alsdann, wenn das
25) S, Zeitschr. VIII. S. 300. 306 ff,, z. B. Franks. W.O, V. 1739. Art.6t.Hamburger N.F.O. Art. 26. Preuß. Conc. O. Art. 27. Holl. H.G.B.Art. 237. 241. Portug. H.G.B. 319. 300. 914. Buenos Aires 746.1678.Württemb. Entw. Art. 327. 413. vgl. 1117. I. Pr. Entw. z, 734. II. Pr.Entw. Art, 727. vsssrexis äisc. 124. Ar. 2. ö!so. 187. s. aber 106.Nr, 8—II. ?ierli, sccomsndils II. x. 64. 66. Pohls I. S 262.263, Gönner, Staatsschulden S. 261 — 264. Kuntze, Jnhabrp.S. 691. Bekker, Jahrbuch f. gern, D, R. I. S. 408. S. auch Seuf-fert'S Archiv VI. 313. IX. 206. Ueber d. gesetzlichen Pfandrechte s. §. 97.
26) Oben Z. 80. Not. 29. A.L R. I. 20. §.116.119. Zürcher G.B. §. 663. 864.Seuff. VIII. Nr. 212. Bluntschli, D. Privatr. §. 103. Not. 10. 11.
27) Unten §. 91. Not. 17 ff.
28) Unten §. 91. Not. 12 ff.
29) Ueber die Entstehungsgeschichte s. meine Abhandlung: Zeitschr. f. Han-delr. IX. S. 1 ff, insbes. S. ? —6. 21 ff. 49 ff. Laband eoS.S. 269 ff. Oben §. 79. Not. 68 f. auch Schweiz . Entw. Art. 236.
30) Der Antrag, ausdrücklich anszusprechen, daß der Pfandnehmer ein Pfand-recht erwerbe, wurde zwar durch die entscheidende Stimme des Präsi-denten abgelehnt, ebenso der weitere Antrag „Ein früher begründetes Ei-genthum kann zum Nachtheil des Pfandrechts nicht geltend gemachtwerden" Prot. S. 6089. 6090 — allein es hat das Pfandrecht nicht versagt