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Drittes Buch. Die Waare.
In den neueren Gesetzgebungen sind die GermanischenGrundsätze theils modificirt'2), theils sogar verschärft. So erlischtnach Französischem und Sächsischem Recht das Recht deö Faust-pfandgläubigers selbst bei Besitzverlust ohne Willen, und es stehtdemselben keine dingliche, höchstens Contracts -, Besitz - und Deliets-klage zur Wiedererlangung zu^) — der weitere Erwerber erlangt
M>1N>I. §. ult. Zcscci-I §.2. xl. 5. Hr. 433. (?S8->re?l^ ilisc. 4 t.Miv 30-32 lli^c. 120 a. E ^n«->Iiiug dis.-. 82. Ar. 1«. ilisc. 83.IVr. 26—29. äi«c, 90. ZVr. IN. S. auch Iroplanx, ngntis8kin. Hr. 22.velsmsrre ei l>epoitvin VI. Z^r. 176. Bend er Wechselrecht II. Z 403.
12) Nach A.L.R. I. 20. §. IIS—120. 244. 253. 254 erlischt das Pfandrechtgänzlich durch freiwillige Besitzaufgabe, so daß selbst ein Vorbehalt beiderBcsitzaufgabe nur gegen den Empfänger wirkt; bei Besitzverlust ohneWillen darf die Sache dem dritten redlichen Besitzer nur gegen Lösungabverlangt werden; strenger bei Jnhaberpapieren I. 20. §. 287. I. 1ö.§. 3. S, Koch, Preuß. Privatr. §. 377. 376. Nach Oesterr. G.B.§. 467 erlischt daö Pfandrecht, wenn der Gläubiger dem Schuldner dieSache ohne Vorbehalt zurückstellt; indessen müssen außerdem unzweifelhaft§. 367. 456 analoge Anwendung finden, so daß, wo die Eigenthums-klage ausgeschlossen ist, auch die Pfandkwge versagt. Nach der Brem.Erb- u. Handscsten-O. v. 1860. §.122 ist das Faustpfand auch in dritterHand verfolgbar, allein es erlischt, nach §. 123 c, schlechthin falls dasPfandobject dem Schuldner zurückgegeben wird, um es Namens des Ver-pfänderö zu besitzen. Das Englische R. läßt bei Rückgabe an den Ver-Pfänder regelmäßig das Pfandrecht erlöschen, dagegen gestattet es beiVerlust ohne Willen Verfolgung in dritter Hand: Stor?, bsilm. § 287.299. 303, s. auch §. 94. 279. 280.
13) Der Loöe civil drückt dies Princip theils in der alten (s. SchäffnerII. S. 314 ff. Not. 81> Parömie des Art. 2119 aus:- I.es meublegn'nnt poivt äe suite psr pot I> u e, theils mit besonderer Be-ziehung auf das Faustpfand Art. 207 6, vgl. Art. 2102: vs»8 tous leüess le vrnilöxe ne subsi^te »ur Is xaxe qu'sutsnt que es xsxe -> etewi8 et lestö en la vos«es«!oll äu crsnncier on ll'un tiorsronvenu entre le» psrties. So auch, mit einigen näheren Be-stimmungen, Oo<ie 6e cvm. nrt. 92. (neue Redaction nach d. Ges. v,2Ä. Mai 1863). Gleicher Grundsatz in zahlreichen nachgebildeten Gesetzen:Portug . H.G.V. Art. 313. Jlal, H.G.B. Art. 190 u. b. G B. 1882.Holl. b. G.B. II99. Buenos Aires 750, Chile 817: KI privilexw nsce,sub«i8te i se esliuxue con l-> po^esion lle I« pren-I«. —
14) Erl. Prvceßordn. scl tit. 44. Z. 2. Sächs. G.B. §. 474. 479. 486 20S.
15) Die Französischen Schriftsteller nehmen freilich eine ,,revcnckici>tion" nach