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Drittes Buch. Die Waare.
Pfandgläubigern gegenüber selbstverständlich nur unter den Voraus-setzungen aä 222).
6. Der Gläubiger darf sich aus dem Pfandobject bezahlt ma-chen: Kommissionär und Spediteur nur bei Verzug des Committen-ten"), der Frachtführer auch sonst, nach richterlichem Ermessen 2«).Zur Anzeige von der Zurückhaltung des Pfandobjects zum Zweckeder Ausübung des Pfandrechts ist er nur unter besonderen Umstän-den verbunden 2»).
7. Die Befriedigung geschieht auf Antrag des Gläubigersdurch gerichtlich verordneten Verkauf nach denjenigen Regeln, welchefür das kaufmännische Faustpfand bei schriftlicher Pfandcrrichtunggelten 2«). Unverzügliche Anzeige von der Bewilligung und Voll-ziehung des Verkaufs ist somit auch hier Rechtspflicht bei Schadens-ersatz 27). Inwieweit Vereinbarung des Pfandverkaufs ohne allerichterliche Cognition und Mitwirkung statthaft ist, bestimmt sichhier durchaus nur 2») nach den Grundsätzen des bürgerlichen 2»)Rechts. Doch wird selbstverständlich das Recht des Verkausscom-missionärs, kraft seines illimitirten Auftrags aus freier Hand zuverkaufen, so wie dessen Befriedigungsrecht aus dem Verkaufserlösedurch sein nebenhergehendes Pfandrecht nicht beeinträchtigt ^°). Des-gleichen ist der Einkaufscommissionä'r, welcher als Eigenthümer")
22) v. Hahn II. S. 863. 389.
23) H.G.B. Art. 375. 382. 387.
24) H.G.B. Art. 407. S. 4. S. Art. 409. S. 2. Art. 626. 629.
25) S, Zeitschr. f. Handelsr. X. S. 134. 135.
26) H.G.B. Art. 375. 382. 387. vgl. Art. 310. Oben Z. 90.Ursprünglich sollte hier Verkauf ohne gerichtliche Mitwirkung nach denGrundsäven H.G.B. Art. 343 (II. Pr. Entw. Art. 260) stattfinden. Prot.S. 730. 731. Der I. Nürnberg. Entw. Art. 321 gestattet die Wahlzwischen gerichtlichem und außergerichtlichem Verkauf. In zweiter Lesungwurde beschlossen, das Verfahren beim Verkauf kaufmännischer Faust-pfänder zur Anwendung zu bringen. Prot. S. 1208. 1209. II. Nürnb.Entw. Art. 352. S. Auerbach, N. Handelöges.II. S. 237 ff. LabandS. 450 ff. 464. Ob. Ocster. Gerichtshof (Eentralorgan N. F. II. S. 63).H.G.B, zu Nürnberg (Busch IX. S. 374 ff.).
27) Oben §. 90. Not. 69 ff.
28) Nicht nach H.G.B. Art. 311. Oben §. 90. Not. 41 ff.29> Oben §. 69. Not. 14 41. 47.
30) O.T. zu Berlin (Entsch. Bd. 17. S. 235 ff.). Laband S. 451. 452.
31) Oben 8- 66. Not. 13 ff. v. Hahn II. S. 333—337.