Teil eines Werkes 
Bd. 1, Abth. 2 (1868) enthaltend die Lehre von der Waare
Entstehung
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Wschn, II. Das Geld. Cap. I. Wesen des Geldes. §, 99. 1065

des Händlers L nur die eine Hälfte der beiden Operationen bildet,durch welche die Waare von dem Producenten ^ an den Consumen-ten v gelangt"). Als Tauschmittel ist das Geld nur Werk-zeug, aber doch lediglich weil es selber allgemeines Tausch gutist 12), wie der Händler Werkzeug zwischen Verkäufer und Käufernur um deswillen sein kann, weil er selber Käufer und Verkäuferist. Ein bloßes Zcichengelv ist nicht Tauschgut, kann daher auch ansich nicht Tauschmittcl sein.

2) Geld ist das allgemeine Werthmaß (Werthmesser),d. h jedes Gut wird direct nur in Geld abgeschätzt, und so denSchwierigkeiten des unmittelbaren Tauschverkehrs begegnet, wo jedesGut Werthmaß jedes anderen ist, somit unzählige Werthmessuugenerforderlich sind und das individuelle Urtheil über den Werth jedesGutes enlschcidet Das Geld erscheint so als eine Rechnungsma-schine oder eine Werthsprache, welche zum Ausdruck und damit zurVergleichung des Werthes der verschiedensten Güter dient. 1 ScheffelKorn ist 2 Thaler werth und 1 Maß Holz ist 8 Thaler werth,heißt: für 1 Maß Holz sind 4 Scheffel Korn zu haben. Alle Gütertreten dadurch zu einander in ein dcS festen quantitativen Ausdrucksfähiges Werthverhältniß, der Tauschwerth wird Preis Geld

12) Oben §. 41. 47.

13) Ander« Alscleou. Allein wenn das Geld eine Tanschmaschine ist, somuß man damit tauschen können, wie man mit einer Bewegungsmaschine(Wagen, Schiff, Locomotive) muh fahren, mit einer Erzeugungömaschine(Webestnhl, Hammer) muh erzeugen können. Auch Beweguugömaschinenund Erzeugungsmaschinen dienen weder zum Esseu, noch znm Trinken,Wohnen, Kleiden, aber sie dienen nichts desto weuiger zur Befriedigungvon Bedürfnissen Dabei wird ganz davon abgesehen, dah das wahreGeld, das Metallgeld, durch seineu Stoff auch andere als Tauschbedürfuissebefriedigt: Schmuck uud Geräth.

14) An Stelle der mehrfachen Werlhbcstimmung beim Tausch <»trmnq»>! pro-tmm) findet nur Eine statt: aliuä pretliu», «liud m«-rx. S. die StellenNot. 1t) In Wahrheit ist auch hier die Werthbeftimmung eine mehr-fache, weil das Geld keinen unveränderlichen Werth hat: es wird dieWaare in Geld geschätzt, und das Geld in Waare aber nicht geradein dieser Waare, sondern in der Gesammtheit alter Waaren oder ineiner besonders ausgezeichneten Waare (einem anderen Gelde, Getreide zc.)Unten §. 103.

15) Oben S. ö?6, und überhaupt z. 63 Not, fs. §, 64.