Abschn, II. Das Geld. Cap, I V. Die Metallgeld;. K. 107, Ersatzm. d. Metallgeldzahl. 1191
Man kann auf diese Weise sich und Anderen zeitweise „Geld machen":indem man seinen Credit zu eigenem oder fremdem Gunsten benutzt,aber nicht dauernd, ausgenommen durch Zahlungseinstellung oderwas dem gleich steht. Die Vermögcnsmacht des Emittenten kanndadurch also nur zeitweise, wie durch jeden andern Credit, nicht dau-ernd vermehrt werden. Diese Zeit kann freilich eine sehr langesein, falls es von dem Emittenten abhängt, ihre Dauer zu bestimmenund es ihm gelingt, die Entwerthung zu verhindern.
Das Metallgcldzeichen ist nicht Werthmaß — vielmehr bleibtsolches normaler Weise das Metallgeld. Alle Preise werden inMünze oder Rechnungsgeld berechnet^"). Das Metallgcldzeichenselber lautet stets auf einen in Münze oder Nechnungsgeld ausge-drückten Werths), sein Nennwerth ist eine Angabe über den Me-tallgeldwcrth, welchen es nicht enthält, aber revräsentiren soll ^).
19) Wagner, Geld- und Credittheorie S. 64. 103 ff. Diesen Unterschiederkennt auch Endemann, Nationalökon. Grunds. S. 119 an. UnrichtigSavigny , Obligationen,:. II. S. 116, welcher den Unterschied des Pa-piergeldes (ohne Zwangsknrs) von dem Geldpapier darin sucht, daß daserstere die Bestimmung habe, als allgemeiner Werthmesser zu dienen.
20) D.W.O. Art. 4 Z. 2. Art. 93 Z. 2, und dazu Borchardt, 4. Aufl.Zus. 67. 70. 71. W.M.V. Art. 22 „Papiergeld oder sonstige zum Um-lauf als Geld bestimmte Werthzeichen, deren Ausgabe entweder vom Staatselbst oder von anderen unter Autorität desselben bestehenden Anstalten(Geld- und Credit-Anstalten, Banken u. s. f, — f. Art. 21 ä.) erfolgt,dürfen künftig nur in Silber und in der gesetzlich bestehendenLandeswährung ausgestellt werden". Preuß. V. v. 4. Februar1806 „Es werden Tresorscheine auf Courant nach dem Münzfuße von1764 ausgefertigt". Preuß. Cab. Ordre v. 21. December 1324 sub I.„Die Verbriefungen der unverzinslichen Staatsschuld — lauten auf Cou-rant nach dem Münzfuße von 1764 —".
21) Knies S. 32 „Die Aufschrift „10 Thaler" würde zur Hieroglyphe wer-den, wenn nicht als Aequivalente die Waaren messenden Metallstückc vonThalern u. dgl. im Verkehr in Wirksamkeit wären". S. 38 „Bei einemPapierblatt mit der Aufschrift 10 Thaler muß die Vorstellung der Werth-größe von 10 Thalern durch anderweitig wirklich vorhandene 10 Thalergegeben sein". vl>svslier p. 7 ff. 667 ff. H orn, Bankfreiheit S. 31.Wäre der Nennwerth überall nur durch den Feingehalt angegeben — oben§. 102 Not. 17, z. B. i/z„ Pfund rein Silber, so würde kein Mensch unsern Satz