Druckschrift 
Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

Tanz um das Goldene Kalb. Es tanzten diegrossenHäuser vor, es tanzten die andernHäuser nach;und an die Meister und Lehrer schloss sich ein grossertagtäglich wachsender Schwarm von Jüngern und An-hängern, darunter Leute jeden Standes und jederReligion. Man tanzte von früh bis spät, man tanztemit Schreien und Jauchzen durch Monde und Jahre.Nur ein paar Mal brach der wüste Reigen jäh ab.

- So Ausgangs 1871, Frühling 1872, und Ende 1872.Die Tänzer erbleichten und erbebten plötzlich, siehielten den Athem an und lauschten. Aber es bliebstill, der Himmel schien noch immer blau, und sotanzte man weiter. Als nun im Mai 1873 das Un-gewitter endlich in Wien losbrach, da wollte man inBerlin die grausen Donnerschläge nicht hören, dieden ganzen Himmel überfluthenden und die Erde tiefaufwühlenden Blitze nicht sehen, sondern man ver-suchte auch jetzt noch fortzutanzen. Aber der Bodenwankte, die Tänzer stürzten nieder, und viele standennicht mehr auf.

Die fünf Milliarden nebst Zinsen, welche GrafBismarck, unter Assistenz des Herrn Gerson Bleich-röder , von Thiers und Favre erstritt betrachtetedie Börse von vornherein als ihr Eigenthum, indem sie