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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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fen, beschloss man, neue Papiere zu machen. Manschufneue Werthe, man legte sich aufs Gründen.

Noch tobte der Krieg, da begannen schon die Grün-dungen emporzuschiessen; wenn auch noch schüchternund scheu, wie die ersten Gräschen im März. Nochim Jahre 1870 erblickten, Dank dem eben fertig ge-wordenen Actiengesetz, in Preussen 34 neue Actien-Gesellschaften das Licht der Welt. Die meisten davonkamen natürlich auf Berlin , und fast alle fanden Ein-gang an der Berliner Börse . Doch dies war nur einkleines Vorspiel. Das eigentliche Drama begann 1871,erreichte seinen Höhepunkt 1872, und fand den Ab-schluss erst in der zweiten Hälfte 1873, erst vieleMonate nach dem Wiener Krach. Auch nach demGrossen Krach fuhr man in Berlin noch munter zugründen fort. Und darum ist es nöthig, schon jetzteine viel verbreitete und von mehreren Seiten eifriggenährte Ansicht zu berichtigen: als ob nämlich dieBerliner Börse im Gründen hinter ihrer Wiener Schwe-ster zurückgeblieben wäre. Just das Gegentheil!In Berlin ist weit mehr gegründet, und dabei minde-stens ebensoviel gesündigt worden als in Wien .

Kaum war der Friede geschlossen, als die Börseihren Freudentanz begann, den verzückten rasenden