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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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nige für Schweizer Union und Tamines-Landen her.Dazu hatten die Papierchen noch einen besonderenAufputz: Sie, die nie einen Heller Dividende gegebenhaben, und nie einen geben werden, sie wurdentrotzdem mit 4 Procent Zinsen gehandelt, und zwardem vollen Nennwerth nach. 24 oder gar 18 Thalerwurden angeblich mit 4 Thalern, 100 Thaler also mit16 bis 22 Procent verzinst. Das sind die sogenanntenBörsenzinsen; natürlich eine blosse Fiction! Derglückliche Besitzer zahlt die enormen Zinsen an sichselber, aus seiner .eigenen Tasche. Diese federleichtenActien wurden nun zu reinen Spielpapieren, auch inder Hand des Privatmannes; denn Jeder wollte anihnen nur verdienen, die übermässigen Zinsen einstrei-chen, und ausserdem, wo möglich noch am Course profi-tiren. Wirklich wurden Lüttich-Limburg und Schwei-zer Union bis auf 35 hinaufgetrieben, aber heute stehensie ca. 10 und resp. 5; während Tamines-Landenglücklich bei 3, sage Drei! angelangt sind. Man sieht,die Börse kann Alles brauchen, und sie verstehts, inihren Netzen Gross wie Klein einzufangen.

Trotz der Menge von fremden Effecten, die sämmt-lich unter die Leute gebracht wurden, verspürte mandoch empfindlichen Mangel; und um diesem abzuhel-