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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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einsbank verknüpft, indem man den Actionären derletzteren immer ein Bezugsrecht auf die neue Emis-sion einräumte, welches von jenen auch stets be-nutzt ward, so dass sich zuletzt ein industriellerBattenkönig gebildet hatte, in dessen Mitte Herr Hein-rich Quistorp sass.

Aber dieser Mann Verstandes, sich dermafsen alsBiedermeier aufzuspielen, dass er nicht nur dasPublicum, sondern sogar die Börse berückte. Die Börse,welche sonst Niemandem, nicht einmal sich selbertraut, glaubte an Quistorp. Während sie HerrnSchweden nur eine glückliche Hand nachrühmte, hieltsie Quistorp für den leibhaftigen Bruder Grund-Ehr-lich. DieQuistorpschen Werthe fanden ein ganzbesonderes Ansehen, eine ausserordentliche Zugkraft;sie wurden von den Banquiers in der besten Absichtihren solidesten Kunden alshochfeine Capital-An-lage empfohlen, und mit Vorliebe von dem schlichtenBürgersmanne genommen. Selbst nach demGrossenKrach behaupteten sie noch eine Zeit lang ihrenNimbus; und als endlich auch die Vereinsbank fiel,glaubte man in gewissen Kreisen das Ende der Weltgekommen.