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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
Entstehung
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schmeicheln, und namentlich gelang es ihm, auch beider Preussischen Bank Fuss zu fassen. Er warbgewisseVolkswirfche und Literaten zu seinem Privat-gebrauch an, und er bewog etliche Kegierungsräthe,aus dem Staatsdienst in den seinigen überzutreten.

Hinter der Universität, in einem philosophischenWinkel, kurz zuvorHegelplatz getauft, baute ersich und der Bank ein stolzes Palais, und liess vonhier aus in rastloser Aufeinanderfolge einige dreissigGründungen und Emissionen in die Welt gehen:Feilen-, Tabacks-, Papier -, Waggon-, Fass-, Werk-zeug-, chemische, optische und andere Fabriken, Bau-,Fuhr-, Pferde-Eisenbahn-, Brauerei-, Dampfschiffs-,Bergbau- und Hütten - Gesellschaften, die zum Theilin Berlin, zum Theil über ganz Deutschland sassen.Quistorp betonte stets, dass die Vereinsbank dieGründungen nurcommissionsweise betreibe, alsoselber dabei nicht weiter betheiligt sei; und dass diejedesmaligen Verhältnisse von ihr genau geprüft wür-den, also eine unsolide Gründung gar nicht möglichwäre. Von jeder Neu-Gründung bezog die Vereins-bank Agio, so dass sie für 1871 nicht weniger als15 Procent, 1872 sogar 19 Procent Dividende ver-theilte. Alle die Gesellschaften wurden mit der Ver-