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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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Wenn der Leser die Course von ehemals und heutevergleicht und bemerkt, dass die letzteren zum Theiltief unter den früher gezahlten Dividenden stehen, sowird er staunend ausrufeu: Wie ists nur möglich?! Den Gründern war eben alles möglich. Sie mach-ten künstlich Dividenden, als Lockspeise; entweder ,um die meist noch unbegebenen Actien an den Mannzu bringen, oder um das Act'iencapital zu vermehrenundjunge Actien zu emittiren. Befand sich dasGros der Actien noch in den Händen der Gründer, sozahlten sie die Dividende einfach an sich selberein Scherzspiel, das ihnen wenig kostete. Oder abersie schossen die Dividende aus dem Erlös der verkauf-ten Actien zusammen, sie opferten einen Theil derBeute, um neue zu machen. Die ersten Käufer derausgeschlachteten Baustellen waren in der Kegel dieGründer selber, und sie blieben nicht selten die ein-zigen Käufer. Sie zahlten ohne zu feilschen, die höch-sten Preise; denn sie bezahlten im besten Fall mitden von ihnen fahricirten Actien.

In keinem Falle war die Dividende ernstlich ver-dient, und sie konnte es nicht sein. Auch wo es derGesellschaft gelang, eine Keihe von Parcellen wirklichzu verkaufen, blieb sie doch immer im Besitz des