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9 auf Papier malte, that die Berliner Hötel-Gesellschaftin Wirklichkeit. Sie errichtete am Ziethen- undWilhelmsplatz ein Riesen- und „Muster-Heitel“, „wiees bisher nur in Paris und Nowyork bestand“; einenGasthof von 262 Fremdenzimmern, mit „Luftschachten“,* „Fahrstuhl“ und „Sonnenbrenner“; ein Wunder von
* . Comfort, Eleganz und Luxus. — So liess sich jubelnddie Presse vernehmen, und eine ungemeine Reclameging der Eröffnung vorauf.
Das Hötel erhielt den stolzen Namen „Kaiserhof“,und die Strasse, welche es im Süden begrenzt, ward„Delbrückstrasse“ getauft — nicht nach dem „Gründer“Delbrück, sondern nach seinem Vetter, dem Minister.Seine Excellenz haben jedoch diese Ehre etwas bedenk-lich gefunden und sie hinterher Sich verbeten. InFolge dessen wird die neue Strasse nun „Kaiserhof-strasse“ heissen.
Auch hier wussten die Gründer den Kaiser zu einemBesuche zu bewegen, und der Kaiser selber probirteden „Fahrstuhl“. Dann wurde das „Riesenhötel“durch einen Riesenschniaus eingeweiht, an welchem250 Personen Theil nahmen, die Vertreter der Be-hörden, der Wissenschaften und Künste, der Kauf-mannschaft und der Presse. Herr Madai, der Polizei-