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war fast ungeniessbar, war oft geradezu Gift. Um dieBier-Actien unterzubringen, warf mau hohe Dividendenaus; und um, bei der ungeheuren Belastung und derkostspieligen verschwenderischen Wirtschaft überhauptDividenden erzielen zu können, producirte man einGetränk, dem das Volk mit vollem Beeilt und höchsttreffend den Namen „Dividendenjauche“ beilegte.
Unter diesem widerlichen Gesöff, das den Durstnicht stillte, und doch auch wieder nicht reizte,mancherlei Unbequemlichkeiten und sogar Unpässlich-keiten erzeugte, litten Publikum und Gastwirtke gleich-mässig. Man trank es nur mit Unbehagen und Wider-streben, und man trank natürlich weit weniger alssonst. Selbst leidenschaftliche Biertrinker bezwangenund kasteieten sich.
Alle Biere, auch die, welche die noch übrig ge-bliebenen Privatbrauereien herstellten, wurden schlech-ter. Das früher so beliebte „ Actienbier “ von Tivoliverlor schnell seinen Euf; und „Actienbier“ wurdenur noch im verächtlichen Sinne gebraucht, wo mannicht „Dividendenjauche“ sagen wollte. Alle Actien-brauereien lieferten ein miserables Getränk, das mise-rabelste aber diejenigen Gesellschaften, welche sichspäter als faule und oberfaule Gründungen erwiesen, wie