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Wir sind nicht Mitglied der Kaufmannschaft, wirhaben keine Eintrittskarte gelöst; also steigen wir aufdie Galerie, wo der Zugang ohne Weiteres für Jeder-mann, auch für Damen, freisteht. Unten, im Börsen-saal selber werden, mit Ausnahme der Heben amBüffet, nur Männer gelitten.
Wir befinden uns in dem grössten geschlossenenRaume Berlins . Der Börsensaal ist beispielsweise drei-mal so gross als der frühe) - vielbewunderte Königssaal beiKroll; und fasst über 5000 Personen. Er ist gross-artig und prächtig, vielleicht etwas überladen. Dochentspricht dies ja dem Geschmack des auserwähltenVolks; und auch der Erbauer Hitzig, der Sohn desbekannten Criminalisten und Begründers des „NeuenPitaval“, ist orientalischer Abkunft. Polirte, aus einemStück bestehende Säulen von schlesischem Granit, 128au der Zahl, tragen in zwei Reihen übereinandergestellt,eine umlaufende Galerie. Die 65 Fuss hohe gewölbteDecke ist ebenso wie der getäfelte Fussboden vonkunstreicher Arbeit. Eine offene Arkade, über welchereine nach beiden Seiten hin sichtbare Uhr mit doppel-tem Zifferblatt angebracht ist, theilt den Saal in zweiHälften: die nördliche gehört der Geld-, die südliche