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überflügelt, und doch ist er nicht einmal semitischer,sondern blos germanischer Abkunft. Aber eben des-wegen hat er auch viele Feinde und Neider; und alser neulich für die viel angegriffene Disconto-Gesell-schaft etwas stark in’s Zeug ging, und dabei in seinerZeitung das Wort „Juden!“ fallen liess, wurde er, alser am nächsten Tage an der Börse erschien, von derempörten Israelitengemeinde mit wüthendem Gemauschelempfangen, und sofort rückwärts concentrirt, Schrittfür Schritt hinausgedrängelt.
Da ist ferner Herr Georg Davidsohn , früherSonntags-Feuilletonist des Herrn Killisch, bis er seinemMeister den Dienst kündigte und ihm Concurrenz machte.Er gründete den „Börsen-Courier“ und sah sich als-bald im Besitz eines Stadthauses und eines Landgutes.Doch soll er kein objectiver Beobachter des grossenBörsenschwindels geblieben sein, sondern sich selberarg verspecuiirt haben. Herr Davidsohn ist nebenbeiSchöngeist. Er hat im Salon einer Dame von derhohen Aristokratie Zutritt, und ficht mit ihr für denmusikalischen Messias, Richard Wagner, gegen seineeigenen Glaubensgenossen.
Da ist auch Herr J. Treuherz. Zunächst Re-dacteur der Theodor Heymann’schen „Bank- und