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Das sind die Aussichten, die uns der Sieg der Silber-partei in den Vereinigten Staaten eröffnet, auf die HerrDr. Koch zur Rettung der deutschen Goldwährunghofft. Grade umgekehrt erscheint mir der internationaleBimetallismus um so gebotener, jemehr die Möglichkeiteines Sieges der amerikanischen Silberpartei hervortritt.
Auch die Hoffnung des Herrn Or. Koch, „daß nachMaßgabe internationaler Verträge andre Staaten zurfreien Silberprügung übergehen, während Deutschland beider Goldwährung beharrt" — ist eine ganz trügerische.Herr vr. Koch stellt sich hier auf den Standpunkt, denviele englische Goldwährungsleute einnehmen: Für Eng-land die Goldwährung, für die übrigen Staaten eineDoppelwährung, die England die Aufrechterhaltung derGoldwährung ermöglicht. Herr vr. Koch hat dasselbeProgramm, nur daß er für England und Deutschland dieGoldwährung reservirt wünscht. Nun kommen aber dieanderen Staateu und sagen: solange die HauptstaatenGoldwährung haben, müssen wir auch die Goldwährungerstreben oder aufrecht erhalten. So erweitert sich dieGoldwährung, aber jeder Zuwachs macht die Goldwährungfür alle immer unerträglicher. Denn jeder Zuwachs ver-mehrt die Goldnachfrage und verschärft die Silberent-werthung. Grade darum ist die dauernde Aufrechterhaltungder Goldwährung unmöglich und der internationaleBimetallismus eine unabwendbare Nothwendigkeit, weildie modernen Verkehrsverhältnisse Währungsunterschiedeimmer störender machen. Die Goldwährung in England nnd Deutschland könnte an sich ohne jeden größeren Schaden- freilich auch ohne jeden Vortheil — bestehen, wennnur nicht ein Land nach dem anderen die Währungs-übereinstimmung mit diesen Ländern erstreben würde.Durch die beständige Verallgemeinerung wird die Gold-währung überhaupt unmöglich, während umgekehrt dieDoppelwährung um so sicherer funktionirt, je mehr Ländersich ihr anschließen. Schon Emile de Laveleye wies daraushin, wie auch hieraus der Vorzug des Doppelwühruugs-Priuzips vor jeder Einzelwährung hervorgeht.
Herr Dr. Koch erwähnt in diesem Zusammenhang