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seinen „hochverdienten Amtsvorgänger, der gewisse Vor-schläge zur erweiterten Verwendung des Silbers in derZeit gemacht habe, wo es noch mit der Goldwährungschwach bestellt war", „er (Herr von Dechend) warkeineswegs Anhänger der Doppelwährung."
Auf die letzten Worte des Herrn Or. Koch habe icham 20. Mai im Abgeordnetenhaus!: wie folgt geantwortet:
„Der Herr Reichsbankpräsident Dr. Koch sagte, daßsein Vorgänger, der Reichsbankpräsident v. Dechend, keines-wegs Anhänger der Doppelwährung gewesen wäre. MeineHerren, das ist ein Irrthum des Herrn BankpräsidentenDr. Koch. Ich habe in dieser Frage mehrfach Unter-haltungen mit Herrn v. Dechend gehabt, uud ich kannsagen: wenn Herr v. Decheud uicht ein unbedingter An-hänger der Doppelwährung gewesen wäre, würde ich nichthier an diesem Platze stehen. Denn Herr v. Dechend istes gewesen, der mich veranlaßt hat, aus den Vorberei-tungen für die akademische Laufbahn, denen ich mich damalsin Freiburg hingab, nach Berlin überzusiedeln, um hier,wie er mir sagte, mich „selbst zu popularisiren" (großeHeiterkeit) und die herrschende Unwissenheit in der Wüh-rungsfrage zu bekämpfen. (Bravo ! Heiterkeit.) MeineHerren, Herr v. Dechend ist es gewesen, der mir dieSpalten der „Berliner Börsenzeitnng" eröffnet hat, undso oft Börseneinflüsse veranlaßten, daß die „Vörsenzeitung"mir ihre Spalten zeitweise wieder schließen wollte, inter-venirte Herr v. Dechend, und die „Börsenzeitung" öffnetemir ihre Spalten wieder. Ich glaube also, Herr vonDechend war ein überzeugter Anhänger der Doppelwährung;und wenn der Herr Bankpräsident Koch das nicht weiß,so liegt das vielleicht daran, daß Herr v. Dechend vielleichtder Ansicht war, daß Herr Koch, welcher bekanntlichJustitiar der Reichsbank gewesen ist, als Jurist sich vielleichtweniger mit diesen wirthschaftlichen Fragen beschäftigthabe. (Oho! links. Jawohl! und sehr gut! rechts.) Aberich möchte sagen, Herr v. Dechend fühlte sich als einhoher Staatsbeamter und ist niemals öffentlich mit seinenbimetallistischen Ansichten hervorgetreten. Damals waraber auch die Regiernngsgewalt eine einheitlichere und