— 25 —
hatte", zu den Behauptungen zu zählen, welche die Gold-währungspartei so oft uud so zuversichtlich wiederholte,daß sie allseitig als historisch richtig galten — trotzdemsind sie, wie ich aktenmäßig in meiner Auseinandersetzungmit Herrn Dr. Bamberger nachwies, falsch.*)
Diese Irrthümer waren von verhängnißvollem Einflußauf die deutsche Währungspolitik, aber heur steht doch fest,daß was die Pariser Münzkonferenz von 1867 und wasFrankreich wollte, nicht die Goldwährung, sondern dieinternationale Münzeinigung auf der Grundlage desFrankensystems war. Die Goldwährung sollte nur alsMittel zum Zweck dienen, Frankreich wollte — gegen denheftigsten Widerstand — seine Doppelwährung opfern,wenn es dafür sein Geldsystem zum Weltsystem machenkonnte. Das ist der Grundton aller damaligen Erörterungen,darüber lassen die von mir veröffentlichten Aktenstücke ausjener Zeit nicht den mindesten Zweifel — mit dem Kriegevon 1870 war natürlich die ganze Sachlage eine durch-aus veränderte, Frankreich befand sich im Zwangskurs undwenn Deutschland nicht zur Goldwährung überging, hättendie belgischen nnd schweizerischen Goldfanatiker niemalseine Beschränkung der Silberprägungen in Frankreich durchgesetzt. Nur mit Hülfe des französischen Chauvinismus,den man gegen „die Invasion der preußischen Thaler" auf-rief, gelaug es dann langsam und mit großer Mühe,Frankreich von der Doppelwährung abzubringen. Frank-reich hat dadurch uns, aber sich noch mehr geschadet undist heut bereit, mit uns gemeinsame Sache zu machen, umeinen für beide Länder unerträglichen Nothstand aus derWelt zu schaffen. Wäre Deutschland nicht zur Gold-währung übergegangen, so würden also die Franzosen sienach 1870 nicht eingeführt haben. Ueber solche der Ge-schichte angehörenden Fragen sollte ein Meinungsstreit nichtbestehen bleiben, hier ist genügendes Thatsachenmaterialvorhanden, und ich zweifle nicht, daß jeder, der dieses in
Diese sind abgedruckt in den Drucksachen der Silber-kommission und in der oben genannten Broschüre „Wie Deut-schland zur Goldwährung kam".