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wird durch den französischen Staatskredit gesichert unddieser nnd nicht die Währung verbürgt die Paritätunter der Goldwährung wie unter dem Bimetallismus,die sich ja überhaupt nur dadurch unterscheiden, daß bei ^Goldwährung der Staatskredit sich für Gold allein, beiBimetallismus dagegen sich für Gold und Silber einsetzt.
Auch die Größe der Goldprägungen und der „sichtbarenVorräthe" der Bauken kann keinen Eindruck macheu, diePrägungen sind zum großen Theil Umpräguugen und be-weisen nur, wie schnell Gold von Land zu Land wandert,die sichtbaren Vorräthe deuten nicht auf Goldreichthum,soudern auf Goldmaugel, denn sie beweisen, daß manGold überall aufspeichert, und die gleichzeitige Steigerungdes Bauknotcnnmiaufs zeigt, daß das aufgespeicherte Goldim Verkehr durch Papier ersetzt ist. Diese Goldziffern sindüberhaupt nur die Aktivzahlen, die gar nichts beweisenohne die Passivzahleu des Notenumlaufs.
Sehr dankenswert!) ist, daß Herr Or. Koch einmaldie Hauptvortheile der Goldwährung genau hervorgehobenhat. Das ist iu der That der springende Pnnkt. DieNachtheile namentlich der Silberentwerthung werden jaallseitig zugegeben, die Vortheile der Goldwährung müssenalso größer sein als diese Nachtheile, sonst läge kein Grundvor, die Nachtheile weiter zu ertragen.
Herr Dr. Koch sagt:
„Ich will die Hauptvortheile dahin zusammenfassen:Wir haben die Beständigkeit der Währung erreicht. Einestabile Währung ist ein großer Schatz für unser Land,wie Niemand bezweifeln wird, der die wirthschaftlichenSchicksale der Länder mit schwankender Währung verfolgt."
In diesen Worten des Herrn Reichsbankpräsidentenliegt einmal der ganze Grundirrthum mit aller wünschcns-werthen Deutlichkeit ausgesprochen. Gold ist stabil. Silberschwankt. Ein chinesischer Bankdirektor würde allerdingsund mit gleichem Recht sagen, Silber ist stabil und Goldschwankt. Wenn die Goldwährung gesetzlich feststellt, daßaus einem Pfund Gold 1395 Mark geprägt werden, soist selbstverständlich ein Pfund Gold immer 1395 Markwerth, und wenn eine gleiche Festsetzung für Silber be-steht, so hat dieses gleichfalls einen „stabilen" Werth.