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Ein Zwischensall zwischen Herrn Dr. Bamberger undmir stellte in der Silberkommission diesen Hauptgrund desganzen Währungsgegensatzcs so klar, daß ich die bezüglicheStelle meiner Rede nach dem stenographischen Bericht hierwiedergebe:
„Nun aber kommt der Hauptpunkt für mich aus derRede des Herrn Dr. Bamberger; er sagte: wie kann maneinen organisirten Silbermarkt verlangen, ist denn einorgauisirter Markt für Weizen da? Ich warf ihm dieZwischenbemerkung ein: giebt es einen organisirten Gold-markt? — und da antwortete er: mit Gold ist es etwasganz anderes; Gold hat keinen Preis, Gold ist nur derName, der Goldpreis für Geld. Vollständig einverstanden:Gold hat keinen Markt, Gold hat keinen Preis, das Goldist Geld! — Nun aber bitte ich mir zu sagen, wie stehtes denn mit dem Silber in einem Lande, das die un-beschränkte Silberprügung hat. (Or. Bamberger: WieGold!) — Gut, also wie Gold: da ist also Silber keiueWaare, sondern ist identisch mit Geld und hat keinenPreis. (Dr. Bamberger: Ganz richtig!) Das ist abernoch heute in Silberwährnngsländern der Fall und warbis zum Jahre 1373 in Frankreich und in dem lateinischenMünzbnnde der Fall. (l)r. Bamberger: Nein, das nicht,hier beginnt der Unterschied!) - Im lateinischen Münz-bunde bestand die Freiheit der unbeschränkten Goldprägungund die Freiheit der unbeschränkten Silberprägung; dagab es also keinen Markt für Gold und Silber. (Zuruf.)— Ja, Herr Or. Bamberger, wie Sie das bestreikenkönnen, verstehe ich nicht. Wenn Sie sagen, Gold hatkeinen Markt, wenn es unbeschränkt zum festen Preise ge-prägt wird, Silber hat. wo es unbeschränkt geprägt wirdzum festen Preise, anch keinen Markt, — dann muß dochin einem Lande, wo beides der Fall ist, beides der Fallsein. Also darin sind wir einig.
Nun, meine Herren, in Frankreich war beides derFall, und weil in Frankreich beides der Fall war, hatteFrankreich eine derartige Macht im Welthandel, daß inder ganzen Welt kein Markt für Gold und kein Marktfür Silber war, sondern daß man in der ganzen Welt