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wußte: in Frankreich kann man das eine, und das anderezu einem festen Preise los werden, und da fiel es keinemMenschen ein, einen anderen Preis zu nehmen als ihnFrankreich bot, nnd da im Geschäftsleben nicht Lieb-habereien und Doktrinen entscheiden, sondern der nackteProfit, so war es selbstverständlich, daß ein Silberminen-und Goldminenbesitzer, er mochte noch so billig Produziren,unter keinen Umständen einen anderen Preis nahm, alsihn Frankreich bot, nnd deshalb war das französischeWerthverhältniß das Werthverhältniß der Welt mit denganz geringen Abweichungen, die die Versendungskostenhervorriefen, die einmal einen Penny unter oder überwaren, und die daher praktisch nicht in Betracht kamen."
Läßt es sich leugnen, daß Silber ebenso „stabil" warwie Gold, so lange die französische Doppelwährung be-stand? Man sprach damals allgemein von der Paritätzwischen Silber und Gold und unter dieser Parität ver-stand man das Werthverhältniß von 1 : 15,5, also dasWerthverhältniß der französischen Doppelwährung.
Wie aber steht es denn mit der „Stabilität" derGoldwährung? Das gelesenste Finanzblatt der LondonerCity, die „^inancisl lissv/s", urtheilt über diese Stelle derKoch'schen Rede wie folgt:
„Weiter dann von dem Vortheil der deutschen Gold-währung sprechend, erklärte Dr. Koch, daß Deutschland durch diese eine „stabile" Währung erhalten habe. Alleines ist immer und immer wieder hervorgehoben worden,daß Gold stabil geblieben sei, nur „am Werthmesser desGoldes gemessen." Ebenso wie jede andere Handels-waare stabil bleiben müßte, wenn sie selbst zum Werth-mesfer gemacht würde. Der Goldwerth selbst aber istnicht stabil, sondern seine Kaufkraft hat außerordentlichzugenommen."
Hier ist die Hauptsache, die Herr Dr. Koch ganzunberücksichtigt läßt, richtig hervorgehoben. Die Stabilitäteiner Währung besteht in ihrer Beständigkeit und Gleich-mäßigkeit als Werthmesfer. Gold aber ist nach dieserRichtung nicht stabil, seine Kaufkraft ist eine steigende.Ein im Werth steigender Werthmesser ist doch in nichts
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