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auf die Ursachen der Silberentwerthung von der unehr-lichen Kampfesweise der Goldwährungspartei gesprochen.Wer die Goldwährungspresse kennt, wird nicht zweifeln, daßder Ausdruck der Unehrlichkeit den Wortführern der Gold-währungspartei in dieser Presse geinacht werden muß. Ichhabe aber bereits im Abgeordnetenhaus? entschieden Wider-spruch dagegen erhoben, als der Abg. Brömel versuchte mirunterzuschieben, daß ich den Herrn Neichsbankprüsidenten beijenem Vorwurf der Unehrlichkeit im Auge gehabt hätte.Gerade das Gegentheil ist wahr. Wer so wie Herr Dr.Koch Dinge, die ihn vor jedem Sachkundigen bloßstelleu,öffentlich ausspricht, der muß von seiner Sache überzeugtsein. An der ehrlichen Ueberzeugung des Herrn Dr. Kochist nicht zu zweifeln, wohl aber an der Ehrlichkeit derer,die ihn zu dieser Ueberzeugung brachten, die ihn mit ihrenEntstellungen und Sophistereien täuschten. Man kann sichja denken, daß Jemand, der z. B. ständig die „National-Zeitung" liest, in bestem Glauben zum Streiter für die„bewährte Goldwährung" wird; was ich Herrn Dr. Kochallein zum Vorwurf mache, das ist, daß er zu überzeugtvon der von ihm vertretenen Ansicht ist. Er hätte diebimetallistischen Auffassungen wenigstens prüfen sollen, seies auch nur, um sie zu widerlegeu.
Ich kann mir aber nicht denken, daß der Reichsbank-prüsident z. B. die Verhandlungen der deutschen Silber-kommission gelesen hat. Es wäre undenkbar gewesen, daßer dann gesagt hätte, „erklären die Produktionsziffern nichtvollkommen ausreichend den Preisfall des Silbers?"
Herr 1)r. Koch beruft sich hierfür auf die Meinungsehr vieler Nationalökouomeu, die sich mit der Sache be-schäftigt haben. Leider nennt er keine Namen. Mirsind solche Nationalökonomen nicht bekannt. Jeder National-ökonom wird die Demonetisation d. h. das Aufhören derSilberpräguugen durch die Aenderung der europäisch-amerikanischen Gesetzgebung für die Ursache Erklären, dieerst ermöglichte, daß die vermehrte Produktion einen Preis-fall des Silbers überhaupt eintreten lassen konnte.
Die Demonetisation nennt Herr vr. Koch freilich„nicht so bedeutend, wie man sie dargestellt hat." — Herr