L)ie Bestrebungen zur Herbeiführung einer inter-nationalen bimetallistischen Währungsreform haben gegen-wärtig in Deutschland und vielleicht überhaupt keinen an-geseheneren und einflußreicheren Gegner als den Präsidentender Reichsbank Dr. Koch. Die Stellung des Herrn Dr.Koch im Währungsstreit ist seit lange bekannt. Im Reichs-tage wie im Herrenhause ist er mit seiner Ansicht stetsoffen hervorgetreten, indeß erst die Debatte über denAntrag des Grafen von Mirbach am 16. Mai bot ihmGelegenheit, eine eingehende, öffentliche Begründung seinesStandpunktes zu geben. Es erscheint deßhalb nur alseine Pflicht der Achtung gegen einen so hervorragendenGegner, daß man seine Gründe gewissenhaft prüft, um zuerkennen, ob wirklich die bimetallistische Auffassung auchgegen die Auslassungen des Herrn ReichsbankprüsidcntenDr. Koch bestehen kann und die Niederlage, welche Herr Dr.Koch durch die Abstimmung des Herrenhauses zu Gunstendes von ihm bekämpften Antrages erfuhr, sich sachlichrechtfertigen läßt.
Man muß um so gespannter sein, wie Herr Dr. Kochseinen goldwährungs-freundlichen Standpunkt rechtfertigt,als der Leiter der deutschen Reichsbank meines Wissensziemlich allein steht unter den Leitern großer Zentral-banken mit seiuer Gegnerschaft gegen Bimetallismus.Magnin, der Präsident der Bank von Frankreich , vanden Berg, der Präsident der Niederländischen Bank unddie Mehrzahl der Direktoren der Bank von England sindBimetallisten, ja in England hat die bimetallistische Be-wegung, ich brauche uur Gibbs und Grenfell zu nennen,eigentlich aus der Bank von England heraus ihren Ur-sprung genommen. Und das Gleiche ist thatsächlich in
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