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Deutschland der Fall! Der Amtsvorgänger des HerrnDr. Koch, Herr von Dechend, ist es gewesen, der dieSuspendirung der deutschen Thalerverkäufe im Mai 1879anregte und die Bahn damit für den Währungskampferst frei geinacht hat.
Diese Thatsachen sind allerdings für diejenigen über-raschend, welche im blinden Glauben an die Entstellungender Goldwährungspresse die bimetallistische Idee für eine„agrarische Schrulle" halten und von der großen Welt-bewegung.für die bimetallistische Reform nichts wissen. HerrReichsbankpräsidcnt Dr. Koch gehört sicher nicht zu diesen,er hat unzweifelhaft genau erwogen, daß jedes Wort,welches der Leiter der Deutschen Reichsbank in der Wäh-ruugsfrage öffentlich ausspricht, von größtem Gewicht nichtnur sür die öffentliche Meinuug Deutschlands , sondern fürdie gegenwärtige nnd künftige Beurtheilung der Währungs-frage überhaupt ist. Eben deshalb darf kein Wort, dasvon solcher.Stelle gesprochen ist, ungeprüft bleiben. Ergäbeaber die Prüfuug, daß die Gründe des Herrn Reichsbank-präsidentcn sich widerlegen lassen, daß seine Bedenken nichtstichhaltig sind, dann allerdings ist das Ergebniß für dieGoldwährungspartei ein zerschmetterndes. Wenn ein solcherKämpe ihre Sache nicht siegreich führen kann, ist ihreNiederlage besiegelt.
Ich werde die Ausführungen des Herrn Dr. Koch,wie sie der stenographische Bericht der Herrenhausverhand-luugen (Sitzung vom 16. Mai 1895) wiedergiebt, Wortfür Wort besprechen."
Herr Dr. Koch empfiehlt zunächst dem Herrenhause:„das Hohe Haus sollte der landwirthschaftlichen Abtheilungdes Staatsraths folgen, der bekanntlich empfohlen hat ab-zuwarten, was aus diesen Bemühungen (der Reichsregierung)hervorgehen werde." Herr Dr. Koch war Mitglied desStaatsraths; um so verwunderlicher ist es, daß er denStaatsrathsbeschluß so unrichtig auffaßte. Der Staats-rathsbeschluß hatte folgenden Wortlaut:
„Nach der Erklärung des Herrn Reichskanzlers in derSitzung des Reichstages vom 15. Februar d. I. soll, unterAnerkennung einer nachtheiligen Rückwirkung des zunehmen-