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gesetzgebung mit Leichtigkeit absorbirt sein. Wurde dochauch nach Schließung der Münzstätten alles Silber ver-braucht. Niemals hat es an Silbernachfragc gefehlt,niemals haben sich Silbervorräthe angehäuft, je mehrSilber produzirt wurde, je weniger Silber Europa ver-münzte, um so mehr Silber behielt Amerika , um so mehrnahm Asien auf. Ich werde noch später darauf zurück-kommen, wie unbegründet die Furcht vor der Silberüber-fluthung ist.
Und nun die Prozentzahlen, auf die sich Herr Or.Koch stützt!
„Währeud die Silberproduktion in den Jahren 1871bis 1875 nur 11 Prozeut der Gesammtproduktion anEdelmetallen darstellte, ist das Verhältniß bereits 1889auf 21 Prozent gestiegen, 1890 auf 22,s u. s. f. Erklärendenn diese Produktionsziffern nicht vollkommen ausreichendden starken Preisfall des Silbers?"
Herr Or. Koch wird zugeben, daß dieses Prozent-verhältniß an sich vor 1871 ebenso gewirkt haben müßte,wie nach 1871, nun ergiebt aber folgende Tabelle diesesProzentverhältniß und die Ziffern der Edelmetallproduktionüberhaupt von 1801—1892 nach Professor Soetbeer, abge-druckt in den Drucksachen der Silberkommission. (Tabellesiehe S. 48).
Ans diesen Zahlen geht unwiderleglich hervor, daßdie Goldproduktion viel stärker gestiegen ist, als die Silber-prodnktion, daß also nach der Theorie der Produktions-schwankungen Gold sich hätte entwerthen und Silber sichhätte vertheuern müssen. Es zeigt sich weiter, daß dasProzentverhältniß heut noch doppelt so günstig für dasSilber ist wie zu der Zeit, wo das Werthverhältniß von15'/2 : 1 galt, daß also auch nach dieser Richtung eineVerschiebung zu Gunsten des Silbers hätte eintretenmüssen — es zeigt sich endlich, daß alle Schwankungender Edelmetallproduktion, die größten, welche die Geschichtekennt, wirkungslos waren, solange die französische Doppel-währung in Kraft stand. Auch das „u. s. f." des HerrnDr. Koch ist falsch, er giebt die Zahlen immer soweit, alssie für das Silber ungünstiger werden, das ,,u. s. f.'' muß