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Herr Reichsbankpräsident Dr. Koch und die Währungsfrage : eine Antwort auf die Herrenhausrede des Herrn Dr. Koch vom 16. Mai 1895 / von Otto Arendt
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Lassen Sie mich ein Wort über dieBilligkeit", vonder wir soviel sprechen hören, erwähnen. Ich für meinenTheil beunruhige mich nicht im Geringsten, wenn dieWaaren unter dem Bimetallismus theurer werden, dennwenn diese Vertheuerung eintreten sollte, so wird sie ver-ursacht werden durch die Masse des Volkes, welche imStande sein wird, mehr zu kaufen, und dies bedeutet, daßseine Kaufkraft eine größere wird. Wir dürfen nur nichtannehmen, daß der Preis der Waaren steigen wird, ohnedaß die Arbeit, die wichtigste Waare, auf ihren vollenPreis kommen wird.' Zum Schluß möchte ich noch er-wähnen, daß bei den letzten allgemeinen Wahlen die ver-einigten Textil-Fabrikarbeiter, mit denen ich in Verbindungstehe und welche die Baumwollen-Distrikte von Lancashire ,Jorkshire, Cheshire und Derbyshire umfassen, überall Plakateanbrachten, auf denen sie empfahlen, nur solche Kandidatenzu wählen, die für den Bimetallismus stimmen würden, dadiesfür die Lohnarbeiter eine Brod- und Butterfrage" sei.Erst in dieser Woche veröffentlichten wir ein Zirkular anunsere Mitglieder, in welchem wir sie dringend ersuchten,dahin zu wirken, daß diese Frage als eine der wichtigstenunter denen behandelt werde, welche den Parlaments-Kan-didaten und den gegenwärtigen Mitgliedern des Unterhausesvorzulegen sei. (Beifall).

Unsere Stellungnahme in der Währungsfrage ist ent-schiedener denn jemals, und wenn die arbeitenden Klaffenin ganz Großbritannien in dieser Weise den Parlaments-Kandidaten gegenüber vorgehen, sei es bei Nachwahlen,sei es bei den nächsten allgemeinen Wahlen, so wird dienächste Versammlung der bimetallistischen Liga nicht zu-sammentreten um zu berathen, sondern um den Triumphdes internationalen Bimetallismus zu feiern." (Beifall.)

So wie dieser englische Arbeiterführer denken diedeutschen Landwirthe und sie werden gern bei steigendenPreisen höhere Löhne zahlen, auch spielt der Naturallohnauf dem Lande noch eine recht erhebliche Rolle, so daß dieländlichen Arbeiter zum Theil selbst die Vortheile derPreissteigerung ziehen werden.

Es tritt auch hier wieder die Doppelzüngigkeit der