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Wir und die Engländer : offener Brief an einen englischen Freund / von Otto Arendt, Mitgleid des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten
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des Königs Rock an. Kein Volk macht uns das nach. Mag man unserenMilitarismus " immerhin schelten, besiegen wird man ihn nicht. DieNüssen und Franzosen sind am Ende ihrer Kraft, alle Neutralen habender Verführung des Dreiverbandes widerstanden, die jungen englischenTruppen gegen unsere Linien in Frankreich zu führen, wird den Eng-landern große Verluste und wenig Ruhm bringen, draußen aber breitetsich der Widerstand gegen England aus. In unsern Kolonien finden dieEnglander unerwarteten starken Widerstand, wie die Dinge sich inSüdafrika noch gestalten, wollen wir abwarten.

Es ist bei der immer verzweifelteren Lage des Dreiverbandesselbstverständlich, daß man Hilfe flehend nach Japan blickt. Aber waskann von Japan kommen? Vielleicht statt der Hilfe das Gegenteil.

In Deutschland hat man für diePreußen " des Ostens langebesondere Snmpatbie gehabt. Das japanische Ultimamm wurde deshalbbei uns schwer empfunden. Ein heftiger Jorn erfüllte die Nation unddankbar nahmen wir es auf, daß die kleine Besatzung des nur schwachbefestigten Tsingtau tapfer die Fahnenehrc rettete und die Taten unsererFlotte, dieEmden" voran, unser Ansehen in Asien zum mindesten un-vermindert aus diesen Ereignissen bervorgehen ließ.

Die Beteiligung Japans an einem europäischen Kriege hatte vonEngland verhindert werden sollen. Statt dessen wird behauptet, habeEngland Japan zu dieser Beteiligung gedrängt. Es gibt eine Art vonSchlauheit, die leicht in ihr Gegenteil umschlagt. Diese Schlaubcitbaben die jetzt leitenden englischen Staatsmanner in letzter Zeit nichtselten bewiesen. Hierhin zable ich auch die englische Stellung gegen-über Japan .

Der Dreiverband hatte in Asien seine schwächste Stelle. Ein An-griff Japans auf Rußland war von diesem nicht abzuwehren, ohne eineverhängnisvolle Schwächung seiner europäischen Front. England aberwar außer Stande, der japanischen Flotte eine ausreichende Schiffs-macht entgegenzustellen, ohne die Übermacht gegen die deutsche Flotteeinzubüßen. Japan hat also dank der antideutschen Politik Englands das asiatische Heft in die Hand bekommen und wenn es klug ist und dieInteressen der Vereinigten Staaten im Stillen Ozean berücksichtigt,wird es auch namentlich während des Weltkrieges von amerikanischerSeite nichts zu fürchten haben.

Sind nun wirklich die Japaner auf den englischen Köder vonTsingtau hereingefallen und haben für ein Linsengericht ihre Erstgeburtweggegeben oder lag es unigekehrt entsprach es Japans und nicht