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Wir und die Engländer : offener Brief an einen englischen Freund / von Otto Arendt, Mitgleid des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten
Entstehung
Seite
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Ich frage immer und immer wieder, was kann ein so klug rech-nendes Volk wie das englische für sich von diesem Kriege erhoffen.Deutschland den ..Militarismus" austreiben? Das ist eine Phrase,die man doch nicht in die Friedensbedingungen setzen kann. Was manim Auslande unter Militarismus versteht, ist der ureigne Geist des Deutsch-tums, der nur mit diesen, stirbt. Will England das deutsche Volk aus-rotten mit Stumpf und Stiel, mit Weib und Kind? Soll der Friedenuns vorschreiben, daß wir keine Schiffe bauen, keine Soldaten unter-halten dürfen? Das geschah nach Jena und führte zu Leipzig . Dasdeutsche Volk würde jeden ungünstigen Frieden, das mögen sich unsereFeinde merken, nur als Waffenstillstand ansehen und wieder los-schlagen, sobald es möglich ist. Will England einen ewigen Krieg?Bietet die Welt nicht Raum genug für Deutsche und Engländer? Ichbejahe diese Frage unter der Voraussetzung, daß die Englander nichtdie ganze Wetl allein für sich in Anspruch nehmen. Eine solche eng-lische Weltherrschaft dulden wir nicht und je mehr die Völker erkennen,daß England nicht für ..das unglückliche Belgien ", sondern für seine Welt-herrschaft kämpft, um so mehr wird die Welt auf die deutsche Seitetreten.

Es gibt ein Volk, das mehr leidet, als das belgische und ohne eigeneSchuld das ist das polnische. Was tut England für Polen ? Es hilftseinen grausamen Unterdrückern den Russen, Und die Untaten gegendie russischen Juden? Sie geschehen unter stiller Duldung des Drei-verbandes, der dann gegen diedeutschen Hunnen" aufruft und dabeizuweilen Bilder von Pogromen mit falscher Unterschrift zu Aus-schreitungen deutscher Soldaten stempelt.

Mit dem Lügenfeldzug gegen Deutschland hatte man naturgemäßnur vorübergehende Erfolge. Auf die Dauer wirken Verleumdungenimmer gegen ihre Urheber und zugunsten der Verleumdeten. UnsereLandsleute haben draußen schwer leiden müssen. Es wird ihnen indesgehen wie .1870. Die deutschen Erfolge öffnen den, Auslande doch schließ-lich die Augen.

Mit unbedingter Zuversicht sehen wir Deutsche in die Zukunft.Immer neue Truppenmassen stellen wir ins Feld in unerschöpflicherZahl mit dem unbedingten Willen zum Sieg. Unsere Schuljungenwerden jetzt schon militärisch vorgebildet, wenn ihre Zeit herankommt,treten sie als militärisch ausgebildete Soldaten ins Heer. Unser Offizier-ersatz ist unerschöpflich. Die gesamte waffenfähige Intelligenz unseresVolkes steht in, Felde, alle alten, ausgedienten Offiziere ziehen wieder