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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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DAS DORF OBER-SPECHBACH.

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Der Dünger bildet keinen faktischen Ausgabe-posten für den Landwirth. Das Streustroh bezahltdie Kuli durch die Milcliproduction und durch dieBildung des Düngers, also kann der Landwirth ruliigsagen, dass ihn der Dünger nichts kostet.

2. Ebenso bilden die angeschriebenen Lohnsätze, sofernder Landwirth selbst initarbeitet, im Yerhältniss seinerArbeitsleistung keine thatsächliche Ausgabe. Unddie selbstarbeitenden Landwirthe sind überall dieMehrzahl.

3. Für den Pächter kommt ferner günstig in Betracht,dass die Pachtpreise selten die 5% des Grund-kapitals betragen, wie wir diese Verzinsung in An-rechnung brachten.

4. Trotz der berechneten Defizits haben doch die meistenGetreidekulturen eine beinahe öprocentige Verzinsung,in den Fällen, wo die Arbeit für den Wirtli-schafter keine bemerkbare Ausgabe bildet.

5. Für denjenigen, welcher unverschuldete Güter be-wirtschaftet, ist auch die Verzinsung nicht in An-rechnung zu bringen.

Hingegen weisen die Ackerfutterpflanzen sehr günstigeResultate auf; so ergeben die Runkelrüben nebst eineröprocentigen Kapitalverzinsung noch einen Nettoüberschussvon 44,2% des Grundkapitals; die Luzerne hat 10,6% desGrundkapitals, während die natürlichen "Wiesen nur 1,1 %aufweisen neben der Verzinsung. Hier wirkt auch wiederder Umstand, dass sehr viele Wiesen Wässerwiesen sind, undnicht gedüngt zu werden brauchen, sehr günstig auf dieRentabilität ein; es fallen dann 40 fr. für den Dünger ausserRechnung.

Sehen wir nun auch, wie oft hierorts die Saatmengeim Ertrage vermehrt wird, so wird uns dies ein richtigesBild der Ertragsfähigkeit des hiesigen Bodens abgeben.

Für Weizen

1200

ko : 187

ko

II

Q

Mal

vervielfülltigt

Gerste

1200

* : 214

73

= 5,6

73

n '

Roggen

1000

= 140

n

- 7,1

17

73

Hafer

1300

4^

OO

37

= 8,7

73

73

3 *