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II. ABSCHNITT.
sind zweckmässig angebracht und, da bei Regenwetter dieungepflasterte Strasse nothwendig kothig werden muss, sohat man diesem Uebelstande durch Errichtungen von Trottoirsabzuhelfen gesucht.
Die Häuser stehen bald mit der Giebel-, bald mit derLängsseite der Strasse zu, und nur die bedeutendem Höfesind einstöckig, während die Häuser der kleinen Leute, so-wie der Fabrikarbeiter überwiegend einschössig sind.
Die Strassenpolizei in Bezug auf Aufräumung vonstörenden oder hässlichen Gegenständen wird sehr gut ge-handhabt. Nirgends kann hier das Fortfliessen der Jauchebeobachtet werden, wie diess in vielen Gebirgsorten bemerktwerden kann. Auch unmittelbar vor den Häusern lassendie Leute nichts liegen, was die Augen unangenehm be-rühren könnte.
Die Häuser sind im Allgemeinen in gutem Zustande;dadurch soll aber nicht gesagt werden, dass keine hässlichenBaracken da seien. Wir haben deren gesehen, welche mehrschlechten Hütten, vielleicht Wohnungen von Thieren glichen,als Henschenwohnungen.
Die Häuser der niederelsässischen Illebene sind ihrerBauart nach charakeristisch, so charakeristisch, dass man esnicht verschmähte, ein solches für die Wiener Weltausstellungaufzustellen. Es ist das alte Bauernhaus der früheren Zeiten;denn von Generation zu Generation hat man diese Bauweiseüberkommen. Das Bauernhaus der Illebene ist typisch ge-worden für das ganze Nieder - Eisass, während es in derober-elsässischen Illebene nach und nach verschwunden ist;hingegen trifft man im oberen Illgebiet der Kreise Mühl-hausen und Altkirch schon wieder eine verwandte Bauart an.
Das Haus steht auf einem 60 — 70 Centimeter hohen,steinernen Sockel. Die Mauern desselben sind nicht vonStein, nicht einmal von Backstein — diese letztem werdenerst seit wenigen Jahren angewandt, da sie billiger zu stehenkommen, als das Holz, und zugleich auch bessere Mauernabgeben, — sie sind ganz aus Ilolzwerk verfertigt, mit so-genannten Riegolwänden.