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III. ABSCHNITT.
stückigen Bauernhäuser ein.
Vom llofthore aus gehen wir
in den etwas finstern Hausflur; hier treten wir zuerst in diebeinahe immer rechts sich befindende, geräumige Wohnstubeein. Alles ist einfach, aber sauber und mit einer gewissenZierlichkeit eingerichtet. Ein grosser, viereckiger eichenerTisch, oft mit gedrehten Stollen und immer polirt, machtsich hier breit; in grösseren Räumen und reicheren Häusernwird diese Stuhe in einen freundlichen „Salon mixte“ umge-wandelt, in dem der grosse Familien- und Esstisch mehr anfdie Seite gerückt wird und in der Mitte steht dann ein run-der Salontisch mit einem Teppiche, den die Hausfrau oderdie Tochter selber verfertigt hat. Da steht dann auch dasFamilienkanapee; doch in den meisten Bauernhäusern fehltdies Möbel.
An der tapezirten Wand hängen etliche Bilder, Litho-graphien von Heiligen, die authentischen Bildnisse der MutterGottes und unseres Heilands, alles Bilder, die keinen Kunst-werth haben; das künstlerischste ist wohl immer das Bildnissdes Papstes in Oelfarbendruck.
In der innern Ilausverzierung also die grösste Ein-fachheit, eine Einfachheit, die wir entschieden in den Dörferndes Reblandes nicht gefunden haben. Der Hausrath dieserStuben, sowie der übrigen Kammern ist bäuerlich solid. AnSchränken und Kommoden ist hier kein Mangel; auch istAlles in gutem Zustande.
Beim Essen sehen wir auf dem Tische Porzellan; Zinn-goschirr wird auch noch aufgetragen, dies letztere für dieKinder und das Gesinde bestimmt. Nach und nach wird auchhier Porzellan und irdenes Geschirr die zinnernen Tellerverdrängen, wie es im Reblande schon längst geschehen ist.Die Löffel und Gabeln sind meistens aus verzinntem, weissemBlech; aber in allen besseren Haushaltungen findet sich, fürden Gebrauch bei Festen, Silbergeschirr.
Neben der grossen Wohnstube befindet sich immer —wie im Grundriss ersichtlich — die Schlafstube. DerenEinrichtung steht im Einklang mit dem übrigen; sie bestelltaus einem, sehr selten aus zwei Betten — die Bettstellen
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