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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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III. ABSCHNITT.

lieh in hohem Grade selbständig zu werden, wohingegen inden Ländern der grossen Güter der Arbeiter viel ab-hängiger ist.

Hat der Bauer hier, in Folge der bestehenden hiesigenAgrarverfassung, nicht so grosse Reinerträge, so ist er aberdafür grenzenlos frei, was bei dem einmal gegebenen Volks-charakter hier zu Lande von grossem Werthe ist.

In jenen Gegenden aber, wo der Rebbau und Handels-pflanzenbau betrieben werden, da sind es gerade die kleinernBesitzer, welche die grössten Reinerträge erzielen.

4. KAPITEL,

DIE IIÜTTENHEIMER BAUMWOLLENINDUSTRIE.

Eine Eigenthümlichkeit unseres Dorfes ist die daselbstbetriebene Industrie, deren Einwirkung auf alle Verhältnissewir nun schildern wollen.

Im Jahre 1812 haben die Herrn Mainoni ihre Güterin Hüttenheim verkauft; von 1810 an hatte die von diesenbetriebene Tabakfabrikation darin bereits aufgehört, und dasEtablissement war jetzt nur noch als Oel- und Mahlmühleim Betriebe. Von 1815 an haben die deutschen Okkupations-truppen darin Unterkunft gefunden; nach 1818 wurde nocheine Papiermühle darin in Betrieb gesetzt; so erzählen mirältere Leute von Hüttenheim. 1

Im Jahre 1826 wurde dann das Anwesen an eineAktiengesellschaft verkauft, welche beschlossen hatte, diealte Tabak- und Papierfabrik in eine Baumwollenspinnereiund Weberei umzugestalten.

Es war dies entschieden eine der besten Verwendungendes schönen Mainonischen Gutes, und für Hüttenheim

1 Urkundlich nachgewiesen fand ich, dass während der Okku-pationsjahre 18151818 ein gewisser Bayer wiederum hier Tabakf fabrizirte, der hauptsächlich den deutschen Truppen geliefert wurde.