DIE AGRARVERHÄLTNISSE DES ELSASSES.
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Eigenbewirthschaftung grösserer Güter durch die Gläu-biger ist hier gänzlich ausgeschlossen, da ihnen einestheilsdie nöthigen Kenntnisse des Ackerbaues abgohen, und an-derntheils sehr oft die nöthigen Arbeitskräfte fehlen würden.Es wird vielmehr aucli in Zukunft dabei bleiben, dass mitt-lerer und kleiner Besitz, wie gegenwärtig, vorherrscht, undumfassendere hochgeglicderte Wirtschaften fehlen.
Ebenso fehlt auch die genossenschaftliche Organisation.Yon genossenschaftlichem Betriebe für Rechnung der Go-sammtheit der Bauern einer Gemeinde etwa kann bei derrechtlichen Ueberzeugüng. und der Gewohnheit des Elsässersgar nicht die Rede sein. Spärlich sind noch die genossen-schaftlichen Ankäufe der Maschinen, sowie der landwirt-schaftlichen Rohprodukte; nur ganz schüchterne Versuchewerden damit gemacht und scheitern oft am individuellenGeiste der Bevölkerung.
Es ist also vorläufig noch die wirtschaftliche Freiheiteines Jeden gesichert, dadurch ist aber auch die Kleinlich-keit der möglichen Erfolge — mit Ausnahme des Rebbauesund der Handelspflanzenkultur — gegeben.