46
III. KAPITEL.
Dass der Ferggerstand im allgemeinen nicht seltendurch den Besitz einer oder mehrerer Maschinen, die ent-weder durch Lohnsticker betrieben werden oder verpachtetsind, mit der Industrie enger verknüpft ist, erscheint nichtals ein Vorteil. Durch solchen Besitz ist es ihm allerdingsschwerer gemacht, sein Geschäft aufzugeben oder seinenWohnort zu wechseln, aber was beim Kaufherrn eine Ge-fahr ist, das ist es nicht beim Fergger. Die Anforderungen,die an einen guten Fergger geistig und ökonomisch gestelltwerden, lassen ihn in jedem Dorf nicht allzu schwer er-setzbar erscheinen. Andrerseits aber rechtfertigt die That-sache des Maschinenbesitzes durchaus die Befürchtung, dassin stillen Zeiten der Fergger die ihm gehörigen Maschinenvor den anderen bei der Arbeitsausgabe bevorzugt.
Wo das Kaufhaus den Arbeiter nicht zwingt, Garn vonihm durch Vermittlung des Ferggers zu nehmen, da übt oftder letztere diesen Zwang für seine Rechnung aus. GrosseÜbervorteilungen sind mir hierbei gegenwärtig nicht zuOhren gekommen, man merkt in diesem Punkt, wie fastüberall, noch die segensreiche Wirkung des Centralverbands.Vor zehn Jahren aber, wo auch das heute wohl ganzverschwundene Trucksystem noch hie und da beobachtetwurde, sind Betrügereien im Garnhandel nicht selten ge-wesen, und leider ist jetzt, wo der Verband gefallen unddie Zeiten so schlecht sind, ihre Wiederkehr nur eine Frageder Zeit.
Dass übrigens die Bäume des Ferggerstandes nicht inden Himmel wachsen, dafür sorgen einmal der Umstand,dass man ohne seine Vermittlung mit dem Kaufherrn ar-beiten kann und auch arbeitet, und ferner die an einigenOrten in neuerer Zeit entstandenen und entstehendenFerggereigenossenschaften, von denen später die Redesein wird.