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Die Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse der Einzelsticker in der Nordostschweiz und Vorarlberg / von Alfred Swaine
Entstehung
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viii. Kapitel.

einen grossen Einfluss haben gewinnen können. Vielleichtwären sie fähig gewesen, einige wertvolle Einrichtungendes grossen Verbands auch ferner festzuhalten. Das istnicht unwahrscheinlich. Aber ebenso wahrscheinlich istauch, dass ihre einseitige Organisation sie zu Handlungenhingerissen hätte, die entweder ihren Untergang hervor-gerufen oder die Industrie aus dem Lande getrieben hätten.

So können wir erst nach diesen Erörterungen denCentralverband richtig würdigen. Sein Vorzug bestanddarin, dass die Vorteile, die er den Arbeitern bot, unterder jetzigen Fabrikgesetzgebung auf einem anderen Wegnicht zu erreichen waren. Im richtigen Gefühl haben sichdie Einzelsticker an ihn angeschlossen, den Separatverbändenaber, sofern sie ihnen überhaupt beigetreten waren, bald denRücken gekehrt.

In jüngster Zeit machte man für einen neuen eigen-artigen Versuch Stimmung. Es sollte einHülfsverein fürdie Arbeiterschaft der Schweizer Stickerei - Industrie ge-gründet werden, um in Zeiten von Arbeitsmangel abernur während des Winters -- die Mitglieder vor Not zuschützen, sowie die Errichtung von Arbeitsnachweisbureausanzustreben. Dem Statutenentwurf muss man grosse Vor-sicht nachrühmen, doch ist die Vereinigung bis jetzt nochnicht zu stände gekommen . 1

Man kann von diesem Kapitel, das von unermüdlichenVersuchen mit nirgends dauerndem Erfolg erzählt, nichtAbschied nehmen, ohne der Kraft und Energie dieser zähenAlemannen hohe Bewunderung zu zollen.

1 Vergl. Schweizer Blätter für Wirtschafts- und Sozialpolitik, 1894,II. Jahrg. No. 8, S. 278 ff.