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Die Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse der Einzelsticker in der Nordostschweiz und Vorarlberg / von Alfred Swaine
Entstehung
Seite
149
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SCHLUSS.

Wohin treiben die Verhältnisse in der Stickerei-In-dustrie? Kann man wohl eingreifen und wie dann? Aufdiese Fragen erwartet wohl mancher an dieser Stelle eineAntwort. Wer im praktischen Leben steht, wird über-haupt die ganze Untersuchung für zwecklos halten, wennsie nicht für die aufgefundenen Ubelstände auch gleich dieHeilmittel anzugeben weiss. Das ist nun freilich nichtder Zweck der Arbeit gewesen, sie ist nicht unternommenworden mit der Absicht oder auch nur dem Wunsche, einRezept für die Schäden der Stickerei-Industrie zu finden.Ihre Aufgabe war zu zeigen, wie die Verhältnisse sind, undwarum sie so sind, und damit einen kleinen Beitrag zuliefern für die Erkenntnis des Wesens der Hausindustrie.Es lag aber nicht in ihrer Absicht, aus der Vergangenheitund Gegenwart Schlüsse auf die Zukunft zu ziehen odernach Mitteln zu einer Änderung zu suchen. In beidenFällen müsste sie den Boden der realen Wirklichkeit ver-lassen.

Das aber hat seine grossen Gefahren. Wir kennenin dieser Beziehung noch zu wenig die Faktoren, die mit-wirken, und noch viel weniger die Grösse ihrer Bedeutungim einzelnen Fall. Wie uns eben der Verband belehrt, kannman in speziellen Fragen des gewerblichen Lebens nie mitBestimmtheit sagen, wie diese oder jene Massregel wirkenwird. Dies ist lediglich Sache der Erfahrung. UnsereErfahrung in diesen Dingen aber ist gering, und wir müssen