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Schluss.
Aber die Schilderungen, die uns alle massgebenden Be-hörden von der Jugend der hausindustriellen Fädlerkindergegeben haben, jener ergreifende Schulaufsatz des jungen12jährigen Arbeiters zeigen uns, dass im allgemeinen diesesittlichen Beziehungen mehr in der Einbildung als in derWirklichkeit bestehen. Wohl ist der Vater ständig um dieKinder, aber nicht um sie zu erziehen, sondern nur um sieauszunutzen, um sie zu Greisen zu machen, noch ehe sieJünglinge waren. Körperlich heruntergekommen, im Innernverbittert oder kretinhaft stumpfsinnig würden sich uns ineinigen Generationen die als Fädlerkinder gross gewordenenEinzelsticker zeigen. Ich glaube, da kann dem Staat einezwar etwas rohe, aber doch geistig und körperlich gesundeFabrikarbeiterschaft lieber sein, um so mehr, als unter derheutigen Schweizer Fabrikgesetzgebung die Pflege desFamilienlebens dem Arbeiter um ein gut Teil erleichtertist. Und man darf doch auch das nicht vergessen: derStand der Fabrikarbeiter ist noch jung, er steckt so zusagen noch in seinen Flegeljahren, warum sollte unter sichbessernden ökonomischen Bedingungen, unter zunehmenderpolitischer Bildung, unter wachsender Fürsorge des Staatesauf dem Gebiet des Arbeiterschutzes nicht auch Sitte, An-stand und Familienzucht zunehmen P Ich halte es für keinenOptimismus, das zu hoffen.
als die Fabrikarbeit, dass bis jetzt in den Fabrikdiatrikten ein vollerErsatz für das regclmässigere und dauernde Zusammensein von Elternund Kindern, wie es mit den älteren Betriebsformen gegeben war, nichtgefunden sei.“ G. Schmoller in seinem Jahrbuch für Gesetzgebungetc., 18. Jalirg., S. 333.